Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Zu viel Kohlenmonoxid liegt in der Luft

Shisha-Bars Stadtallendorf Zu viel Kohlenmonoxid liegt in der Luft

Zum wiederholten Male haben Behörden Shisha-Bars unter anderem in Stadtallendorf kontrolliert. Das Regierungspräsidium Gießen hat dabei auch Kohlenmonoxid-Werte gemessen und Gesetzesverstöße festgestellt.

Voriger Artikel
Opel einseitig ramponiert
Nächster Artikel
Feuerwehr löscht Gasflasche ab

Archivbild: Eine junge Frau raucht in einer auswärtigen Shisha-Bar Tabak in einer Wasserpfeife.

Quelle: Soeren Stache

Stadtallendorf. Das Ordnungsamt der Stadt, die Polizei und Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Gießen haben Ende Februar in Stadtallendorf und Marburg drei sogenannte Shisha-Bars in den Abendstunden kontrolliert (die OP berichtete). Hinter dem Wort „Shisha“ verbergen sich Wasserpfeifen, die mit Tabak geraucht werden.
Wie die Polizei berichtet hatte, hielten sich in einer der Bars Jugendliche auf, die dort nicht hätten sein dürfen. Außerdem gab es diverse Ordnungswidrigkeiten.

Zwei Drittel über dem Grenzwert

Was schwer wiegt, sind die Feststellungen des Regierungspräsidiums (RP) in Gießen. Bei Messungen in den Vorbereitungsräumen und im Aufenthaltsbereich der Gäste der Bars wurden erhöhte Kohlenmonoxid-Werte gemessen. Das erklärte die Behörde auf Nachfrage der OP. Erlaubt sind 30 parts per million (ppm), so die Maßeinheit. In einem Gastraum lag der Wert bei 52 ppm.
„Die Lüftungen waren in allen Bars eingeschaltet, aber offenbar nicht ausreichend für die Anzahl der Shishas, die geraucht wurden“, erklärt Oliver Keßler, Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen.

Warnmelder schlugen nicht an

Möglicherweise­ seien die Lüftungsanlagen auch nicht ordnungsgemäß gewartet und gereinigt, so der Behördensprecher. Was besonders schwer wiegt: Zwar verfügen ­alle Bars über Kohlenmonoxidwarner. Sie sehen den Rauchmeldern sehr ähnlich. Sie schlugen jedoch trotz überschrittener Grenzwerte nicht an.
Ob die überschrittenen Grenzwerte für Besucher und Mitarbeiter der Bars bereits gefährlich waren, lässt sich laut ­Regierungspräsidium aber nur schwer sagen. Es gibt zahlreiche verschiedene Einflussfaktoren, etwa die Frage, wie lange sich Personen in den Bars aufhalten. Der Grenzwert von Kohlenmonoxidbelastung am Arbeitsplatz ist so ausgelegt, dass Mitarbeiter während einer achtstündigen Schicht durch das Gas noch nicht beeinträchtigt werden. Ein Wert von 52 ppm sei nicht zu tolerieren, merkt RP-Sprecher Oliver Keßler aber ausdrücklich an. Das Regierungspräsidium ist für den Arbeitsschutz verantwortlich und war deshalb an den Kontrollen beteiligt. Es war bereits die zweite Kontrolle in den vergangenen Monaten, bei der die Ordnungsbehörden zusammenarbeiteten.

Mehr Nikotin, mehr Schwermetalle

Ordnungsamt und Polizei konzentrieren sich bei derartigen Kontrollen vor allem auf den Jugendschutz. Denn Jugendlichen ist der Zutritt zu solchen Shisha-Bars per Gesetz streng untersagt. Aus gutem Grund, schließlich birgt das Shisha-Rauchen erhebliche Gesundheitsrisiken,­ worauf die Stadtallendorfer ­Ordnungsbehörde wie auch das Regierungspräsidium gegenüber der OP noch einmal hinweisen. Es sei ein Trugschluss zu glauben, dass das Rauchen einer Wasserpfeife weniger schädlich sei als das Rauchen einer ­Zigarette, so RP-Sprecher Keßler. Nach dem Rauch einer Shi­sha seien deutlich höhere Nikotinwerte im Blut messbar als bei einer Zigarette. Ähnlich verhält es sich mit Schwermetallen und Teer. Das Ordnungsamt der Stadt verweist zum Beispiel darauf, dass die Bleiwerte im Shi­sha-Rauch 42-mal so hoch sind wie gegenüber dem ohnehin schon schädlichen Zigarettenrauch.

Kohlenmonoxid: Vergiftung bis Tod

Das Regierungspräsidium rät Besuchern von Shisha-Bars, auf die richtige Belüftung der Räume zu achten wie auch darauf, dass Kohlenmonoxid-Warner vorhanden sind. Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas. Es kann je nach Konzentration im Blut zu Vergiftungen bis hin zum Tode führen. Kohlenmonoxid entsteht bei Verbrennungsprozessen, also bei Feuer, aber eben auch beim Verbrennen von Tabak wie bei Shishas.
Nach den Ergebnissen der jüngsten Kontrollen in Stadtallendorf haben die verschiedenen Behörden jeden Falls verschiedene Bußgeldverfahren eingeleitet, unter anderem ­wegen der Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz oder das Nichtraucherschutzgesetz.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr