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Ostkreis Ziel: Mehr Geld und Unabhängigkeit
Landkreis Ostkreis Ziel: Mehr Geld und Unabhängigkeit
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17:59 22.08.2012
So könnte das Kirchhainer Bürgerhaus nach der Erweiterung des Gebäudes um knapp 20 seniorengerechte Wohnungen aussehen. Die Computergrafik zeigt die Frontseite des Gebäudes mit dem Haupteingang. Grafik: Spitzner/ Gade plus Schlüsselfertigbau
Kirchhain

Auf diesen Nenner lassen sich die Beratungen des Kirchhainer Bau- und Planungsausschusses bringen. Das Großseelheimer Unternehmen Gade plus Schlüsselfertigbau will als Bauträger im und auf dem vor der energetischen Sanierung stehenden Kirchhainer Bürgerhaus zwischen 17 und 19 seniorengerechte und zum Teil auch behindertengerechte Eigentumswohnungen bauen. Dazu möchte das Unternehmen mit Ausnahme des bei der Stadt verbleibenden Heizungsraums das komplette Kellergeschoss, im Erdgeschoss einen Teil des Turmzimmers, das Ortsgerichtszimmer und die Räume des ehemaligen Restaurants nutzen. Der kleine und der große Saal mit Bühne sowie das Foyer mit Nebenräumen und einer Küche und Sanitärräumen und das Turmzimmer mit einem veränderten Zuschnitt bleiben bei der Stadt.

Die Räume im Obergeschoss sollen nach dieser Planung abgebrochen werden. Das Gebäude möchte der Bauträger in Holzrahmenbauweise auf vier beziehungsweise drei Vollgeschosse aufstocken. Davon ausgenommen bleibt der Saaltrakt. Insgesamt rechnet der Bauträger mit einer Wohnfläche zwischen 1800 und 2000 Quadratmetern. Ferner sollen die vorhandenen Parkplätze rechts vom Hexenturm hinter dem Bürgerhaus Eigentum der neuen Bewohner werden.

Zielgruppe der zu bauenden barrierefreien Eigentumswohnungen seien Eigennutzer, erklärte Jochen W. Schröder, Geschäftsführer von Gade plus Schlüsselfertigbau. Das Unternehmen habe mit dem Umbau der Alten Schule in seniorengerechte Wohnungen gute Erfahrungen gemacht. Für dieses Objekt habe es deutlich mehr Kaufwillige als Wohnungen gegeben, erklärte Schröder, der den Bedarf für solche Wohnungen in der Stadt bei weitem noch nicht als gedeckt ansieht.

Nicht am Konzept, sondern an Details gab es Kritik aus dem Ausschuss. Günther Schrantz (FDP) bezeichnete den in einer Beschlussvorlage des Magistrats mit 90 Euro pro Quadratmeter Fläche angegebenen Kaufpreis für den Investor als viel zu niedrig. Ziel müsse es sein, über den Kaufpreis jene 350000 Euro zu erzielen, die die Stadt nach Abzug der Förderung noch für die energetische Sanierung und die Modernisierung des restlichen Bürgerhauses aufzubringen hat, fordert Schrantz im Namen seiner Fraktion in einem Antrag Nachverhandlungen durch den Magistrat.

90 Euro pro Quadratmeter sind der FDP zu wenig

Der Ausschussvorsitzende Karl-Heinz Geil (SPD) pflichtete Schrantz bei: „Über den Kaufpreis können wir heute Abend nicht entscheiden“, sagte er. Zugleich warb er nach Klaus Webers Kritik am Quader-Charakter des Umbau-Entwurfs für eine Info-Veranstaltung im Vorfeld, „damit es hinterher keinen Krach gibt“. Diese sagte Schröder zu.

Die Stadtverordnete Dorothea Schmidt (Bündnis 90/ Die Grünen) bemängelte fehlende Informationen und Ungenauigkeiten in der Magistratsvorlage. Sie verlangte eine rechtliche Unabhängigkeit der Stadt von den späteren Wohnungseigentümern. Die Stadt dürfe sich nicht von einer Eigentümerversammlung vorschreiben lassen, welche Veranstaltungen im Bürgerhaus noch zulässig seien. Dieses Problem war schon Anfang des Jahres im Stadtparlament und den Ausschüssen diskutiert worden. Jochen W. Schröder deutete an, dass die Stadt nach seiner Kenntnis der rechtlichen Lage kaum um eine Mitgliedschaft in der Eigentümerversammlung herum komme, da das Bürgerhaus weiter als ein Gebäude gelte.

Wegen der offenen Fragen verzichtete der Ausschuss über eine Abstimmung zur Beschlussvorlage. Bürgermeister Jochen Kirchner skizzierte den weiteren Weg: Der Magistrat werde die kritischen Punkte nachverhandeln und dann den Vertragsentwurf dem Bau- und Planungsausschuss in einer Sondersitzung zur Überprüfung und endgültigen Beschlussfassung vorlegen. Die Prokura dazu soll das Stadtparlament dem Ausschuss am Montag geben.

Die Zeit drängt: Kirchhain muss die Fördermittel für das Projekt bis zum 20. September 2013 abgerufen haben.

von Matthias Mayer

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