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„Wundermittel“ heilt alle Krankheiten

Kaffeefahrt „Wundermittel“ heilt alle Krankheiten

Immer wieder warnen Verbraucherschützer vor Gewinnspielen, die sich später als Kaffeefahrtenmit Verkaufsveranstalungen entpuppen. Die OP war am Donnerstag bei einer solchen Fahrt dabei.

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Einer der Verkäufer streitet im Gasthaus mit zwei Polizeibeamten, die seine Personalien feststellen wollen.

Quelle: Kai Erdel

Stadtallendorf. Donnerstagmorgen um kurz nach sieben am Stadtallendorfer Busbahnhof: 14 zumeist ältere Personen steigen in einen Reisebus. Begonnen hat der Bus seine Fahrt bereits um kurz vor fünf Uhr in Medebach. Auf seinem Weg über Frankenberg, Münchhausen und Wetter bis nach Stadtallendorf hat er insgesamt 35 Mitfahrer aufgelesen. Sie sind allesamt angebliche Gewinner von 5.000 Euro, denen der Gewinn bei einer kostenlosen Gewinnfeier an einem geheimen Ort ausgezahlt werden soll. Angeschrieben wurden alle von einem Unternehmen aus Stuhr.

Dessen Geschäftsführer ist nach Informationen dieser Zeitung in der Kaffeefahrten-Szene kein Unbekannter. Die Busfahrerin verrät der Gruppe das Reiseziel Schlitz im Vogelsbergkreis. Gegen 10 Uhr, an der Landstraße 3140 zwischen Queck und Hutzdorf, wenige Kilometer vor Schlitz, ist die Reise zu Ende. Ein smarter Mann in Designer-Jeans und elegantem Hemd begrüßt die Fahrgäste. Er bittet die Gäste zum kostenlosen Frühstück in ein Gasthaus. Im Saal stehen Lautsprecheranlage und Beamer bereit.

Nach dem Frühstück erläutert der Mann das Gewinnschreiben „mit dem Kleingedruckten“, betont er. Dort sei zu lesen, dass alle für ein Rubbellos nominiert seien. In kleinster Schrift und mit gelber Farbe auf grünem Hintergrund steht das auf den Scheinen. Seine Ausführungen überzeugen. Das Thema Gewinnauszahlung hat sich für den Rest des Tages erledigt.

Anschließend beginnt ein Vortrag von einem weiteren smarten Träger von Designerkleidung. Gleich zu Beginn werden von ihm die Skeptiker unter den Gästen gekonnt diffamiert. „Das sind die, die mit einem Spiegel ins Bett gehen, um zu sehen, ob sie auch wirklich drin liegen“, erläutert er.

von Kai Erdel und Michael Rinde

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