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Ostkreis Wohnblock weicht für Ärztezentrum
Landkreis Ostkreis Wohnblock weicht für Ärztezentrum
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06:16 02.08.2012
Der Abrissbagger hat das Baufeld bereits freigeräumt. Im Hintergrund steht das erste Gebäude der Herrenwald Wohnbau. Foto: Rinde
Stadtallendorf

Der jahrzehntealte Wohnblock ist verschwunden, ein Bagger steht am Rande der entstandenen Baugrube. Einige Bäume sind noch stehengeblieben, weitere nötige Abrissarbeiten sollen auch erst während der Wintermonate folgen, wenn der Rohbau bereits im Entstehen ist.

Im Mai hatte die Herrenwald Wohnbau GmbH ihr zweites großes Bauvorhaben erstmals öffentlich vorgestellt. Bisher verläuft das Projekt so, wie es sich der Bauherr gewünscht hat. Der Bauantrag ist gestellt. „Wenn alles so läuft, wie wir es uns jetzt vorstellen, dann beginnen die Bauarbeiten im Oktober“, erläuterte Konrad Busch, einer der Geschäftsführer der Herrenwald Wohnbau im Gespräch mit dieser Zeitung.

Seit Bekanntwerden der Pläne ist das Interesse an dem Projekt in Stadtallendorf groß. Schließlich besteht Hoffnung darauf, dass sich in der zweitgrößten Stadt des Landkreises weitere Fachärzte ansiedeln. Dafür steht eine 1000 Quadratmeter große Fläche bereit. Im Gespräch ist unter anderem die Ansiedlung eines Radiologen mit einem Magnet-Resonanz-Tomographen. Der Marburger Universitätsprofessor Siegfried Bien hat es übernommen, Mediziner zu finden, die sich auf der Praxisfläche in Stadtallendorf ansiedeln möchten - vielleicht auch mit einem Zweitsitz.

Doch zunächst stehen nach wie vor Gespräche mit lokalen Ärzten an erster Stelle, die über das entstehende neue Angebot in der Stadt informiert werden sollen und bei denen es auch Interesse an einem Umzug in das künftige Ärztegebäude geben könnte.

Offenbar scheinen diese Gespräche gut zu verlaufen. „Ich bin mit den bisherigen Ergebnissen sehr zufrieden“, fasste es Professor Bien gestern zusammen. Konkretere Aussagen wollte er aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht machen. „Dafür ist es noch zu früh“, begründet Bien.

Der Marburger Universitätsprofessor sprach gestern von einem Fachärztezentrum, das entstehen soll. Wie dieses Zentrum am Ende organisatorisch aussehen wird, ist aber noch nicht klar.

Viele Organisationsformenfür Arztpraxen denkbar

Denkbar sind viele Varianten: von mehreren Gemeinschaftspraxen bis hin zu einem kleineren medizinischen Versorgungszentrum. Auch die Option, dass Fachärzte in Stadtallendorf einen zweiten Praxissitz eröffnen, ist denkbar und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten. Dann wären die Mediziner zumindest tageweise vor Ort. Doch jetzt steht zunächst der erste Spatenstich an. Beim Bau wollen Konrad Busch und Friedhelm Steidl, ebenfalls Geschäftsführer der Herrenwald Wohnbau auf Bewährtes setzen: „Wir wollen wenn möglich wieder mit den Firmen zusammenarbeiten, die sich bei unserem ersten Projekt bewährt haben“, sagt Busch. Das waren durchweg Unternehmen aus Stadt und Region. Ziel sei es eben, die heimische Wirtschaft zu stärken, betont Busch.

Für die Beteiligten steht nach wie vor sicher fest, bis wann der Neubau stehen muss: Alle Mietverträge, die abgeschlossen werden, beginnen am 1. Januar 2014. Zum Neubau werden im übrigen rund 200 Parkplätze gehören. Das Bauvorhaben der Herrenwald-Wohnbau ist das bisher erfolgversprechendste Ärztehaus-Projekt in der jüngsten Vergangenheit in Stadtallendorf. Pläne, am Einkaufszentrum alter Busbahnhof ein Ärztehaus anzusiedeln, scheiterten im September 2008. Dort hätten bis zu sieben Praxen entstehen können. Inzwischen stehen auf dieser Fläche kleinere Geschäfte.

Das Mittelzentrum Stadtallendorf hat unbestrittenen Bedarf für weitere Fachärzte. Besonders vermisst wird unter anderem ein Augenarzt, Bedarf gibt es auch in weiteren Fachrichtungen. Welche Erwartungen sich erfüllen lassen, können Professor Bien und Konrad Busch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen.

von Michael Rinde