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Wo aus Bohnen und Eiern Kunst wird

Kunstausstellung Wo aus Bohnen und Eiern Kunst wird

16 heimische Künstler verwandelten am Wochenende das historische Rathaus in Neustadt in eine große Galerie.

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Die ausgestellten Kunstwerke regten die Besucher auch zum Diskutieren an.Foto: Karin Waldhüter

Neustadt. Das Spektrum der Arbeiten war groß. Es reichte von Malerei, Fotografie, Druckgrafik, Stickerei, Scherenschnitten, Kalligraphie auf Eiern, Modeschmuck, Arbeiten aus Filzwolle, Bastelarbeiten, Skulpturen über Makramee bis hin zu Schreibarbeiten auf verschiedenen Materialien. Die „Neustädter Kunstausstellung“ bot Menschen aus der Region eine Plattform, um ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

16 heimische Künstler nutzten die Möglichkeit, präsentierten ihre Werke und brachten die künstlerische Vielfalt Neustadts auf beeindruckende Weise zum Ausdruck.

Gleich beim Betreten des Gebäudes fiel der Blick auf drei große Glasvitrinen, in denen Karl-Heinz Mai seine filigranen Arbeiten ausstellte. Der Momberger nutzt Acryl-Lack-Farbe, um eine Vielzahl von Neustädter Motiven auf unterschiedlich große Eier zu malen. Zum Beispiel hat er das „Neustädter Hochzeits-Ei“ gestaltet. „Jeder, der sich im Junker-Hansen-Turm standesamtlich trauen lässt, erhält ein solches Ei mit Name und Hochzeitsdatum“, erklärte der 59-Jährige.

Eine zweite Vitrine beherbergte Monstranzbohnen (auch Engelsbohnen genannt), die Mai zu kleinen Kunstwerken gemacht hat. Sie zieren Bibelsprüche, die mit bloßem Auge kaum noch lesbar sind.

Viele Jahre ist es her, dass Brunhilde Siemon ihre Schwälmer Stickereien ausstellte. Am Wochenende war es dann wieder so weit und sie präsentierte liebevoll und in mühevoller Kleinstarbeit verzierte Deckchen. „Die Arbeitsstunden sind unbezahlbar. Ich verschenke meine Arbeiten nur an diejenigen, die wissen, wie viel Arbeit darin steckt“, erzählt sie.

Eine Vielzahl von Radierungen, Federzeichnungen mit Tusche und Druckgrafiken hat Willfred Sohn ausgestellt. Einige seiner Arbeiten finden sich im Neustädter Geschichtskalender wieder. Seine Werke, wie zum Beispiel „Durch die rosarote Brille“ sind durchaus auch sozialkritisch zu sehen.

Ins Auge fielen beim Rundgang durch das Rathaus aber auch die Arbeiten von Hobby-Fotograf Peter Schick. Er hatte sich speziell für die Ausstellung mit dem Objektiv auf Motivsuche in Neustadt gemacht. „Fotos von Neustadt - einmal anders“, lautete die Überschrift. Unter dem Titel „Historische Spitzen“ lud er zudem zu einem Ratewettbewerb.

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute ist so nah“. Unter diesem Motto hatte Bürgermeister Thomas Groll zu der Kunstausstellung eingeladen. Bei leeren Kassen stelle sich die Frage, ob Kunst die Aufgabe der Kommune sei, sagte er und betonte: „Wenn sparen, dann aber kreativ.“ Etwa acht- bis zehntausend Euro stelle Neustadt im Jahr für die Kunst zur Verfügung. „Dafür stellen wir viel auf die Beine“, erklärte Groll und erinnerte an Kunst- und Kulturveranstaltungen wie das Neujahrskonzert, die Ausstellungen zur Zeitgeschichte, die Boxnacht, das Straßenmalerfestival, Theater- und Kabarettvorführungen und Kunstausstellungen.

„Ich denke, es ist wichtig, den Alltag durch Kunst zu bereichern“, fasste er zusammen und regte an, einen Kulturkreis auf die Beine zu stellen.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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