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"Wir sind ganz normale Menschen"

Erfinderlabor "Wir sind ganz normale Menschen"

Daniela Cocca gehört zur "jungen geistigen Elite" Hessens und interessiert sich für Nanotechnologie - doch eigentlich will sie als ganz normale junge Frau angesehen werden.

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Daniela Cocca (rechts, neben Hanna Fischer von der Martin-Luther-Schule Marburg) widmete sich in einem Erfinderlabor dem Thema Nanotechnologie.Foto: Kristina Gerstenmaier

Kirchhain. Unter 255 Bewerbern war Daniela Cocca ausgewählt worden, um als eine von 16 Teilnehmern am „Erfinderlabor: Faszination Nanotechnologie“ des Zentrums für Chemie in Marburg teilzunehmen. „Wir sind alles ganz normale Menschen. Über die Bezeichnung ,Hochbegabte‘ oder ,junge Elite‘ haben wir uns nur lustig gemacht“, kommentiert Daniela Cocca die Beschreibung der Veranstaltung mit einem Lächeln, die riesige Chemikerbrille frech in die langen braunen Haare geschoben, bevor sie sich für ihr „schlechtes Deutsch“ entschuldigt.

In allen Schulfächern wartet sie mit voller Punktzahl auf - auch in Deutsch. Als Tochter eines Italieners und einer Portugiesin spricht sie insgesamt sechs Sprachen. Und sie interessiert sich für nanoporöse Oberflächen, deren Eigenschaften und dafür, wie Aluminium eloxiert.

Als eine von 16 Auserwählten, die in diesem Jahr am Erfinderlabor zum Thema Nanotechnologie des Zentrums für Chemie, das am Marburger Chemikum und dem Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg stattfand, zählt sie zu der „jungen geistigen Elite“ Hessens.

Vorurteile, die einem dabei in den Kopf kommen könnten, bestätigt die 18-Jährige in keiner Weise. „Wenn man im Unterricht gut mitmacht, hat man schon die halbe Arbeit“, sagt sie bescheiden. „Ich hocke nicht nur hinter Büchern, sondern habe auch viel Freizeit.“ Und in der trifft sie sich am liebsten mit Freunden, geht Eisessen, trifft sich zum Grillen, geht shoppen oder joggen. Und sie spiele Dudelsack, erzählt sie zurückhaltend, ehe sie sich wieder der Nanotechnologie widmet: Ihr Lehrer habe sie auf das Workshopprogramm, das vom Hessischen Wirtschaftsministerium gefördert wird, aufmerksam gemacht. Da sie das Thema sehr interessant fand, habe sie sich beworben.

Hochbegabte sieht ihre Zukunft in der Medizin

Dabei ist Chemie nicht einmal ihr Lieblingsfach. Biologie und Mathematik haben es ihr angetan, so dass sie diese Fächer auch zu ihren Leistungskursen gemacht hat. Dass sie tatsächlich ausgewählt wurde, eine Woche lang an nanotechnologischen Prozessen zu forschen, habe sie sehr überrascht und gefreut: „Es war toll Gleichgesinnte zu treffen“, berichtet die junge Kirchhainerin und ergänzt: „Wir haben uns alle gut verstanden und waren eine coole Truppe. Es war richtig schön.“

Konkurrenzgerangel oder „abgehobenes Getue“ habe es nicht gegeben. Vielmehr hätten sich die Teilnehmer der Veranstaltung gegenseitig geholfen und unterstützt. Es habe richtig gut getan, diesen Menschen zu begegnen. „Man konnte sich anders und manchmal besser unterhalten als mit anderen“, sagt Daniela.

Ende diesen Schuljahres wird Daniela Cocca an der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule ihr Abitur machen - voraussichtlich mit voller Punktzahl und Auszeichnung. Auch wenn sie die chemischen Forschungen interessant und faszinierend fand, möchte sie sich dadurch nicht von ihrem Berufsziel abbringen lassen. Medizin soll es sein, da gebe es so viele verschiedene Felder. Diesem Bereich gehöre ihre Faszination.

von Kristina Gerstenmaier

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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