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Wieder schließt eine Institution

Modehaus Dubbert Wieder schließt eine Institution

Mit dem Modehaus Dubbert verliert Stadtallendorf eine feste Größe unter den Fachhändlern. Inhaber Karl-Heinz Dubbert gibt das Unternehmen auf, weil er das Rentenalter erreicht hat. Am 1. Januar ist Schluss.

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Die Mitarbeiterinnen Annelies Bremer und Petra Fai erhielten von Ulrike und Karl-Heinz Dubbert Blumensträuße wegen ihrer Treue zum Unternehmen. Das Modehaus (kleines Foto) schließt Ende des Jahres. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. Am Jahresende ist Schluss. Dann endet die 51-jährige Geschichte des Modehauses Dubbert. Seit einigen Wochen läuft in der Niederkleiner Straße der Ausverkauf. Was danach mit den Räumen geschieht, das weiß Inhaber Karl-Heinz Dubbert nicht. Er war nur Mieter.

Wehmut verspürt Dubbert schon, wenn er an den Schließungstermin 31. Dezember denkt. „Doch ich habe jetzt das Rentenalter erreicht und möchte einen Schlussstrich ziehen“, sagt er im Gespräch mit der OP. Das Modefachgeschäft befindet sich von Beginn der Stadtallendorfer Zeit an in dem Gebäude in der Niederkleiner Straße, wenn auch in anderen Räumen, Einschnitte gab es beim Tod des Gründers, Werner Dubbert. Seine Frau Käthe führte das Modegeschäft dann bis 1995 weiter und übergab es an Sohn Karl-Heinz Dubbert. Er hat sein Berufsleben komplett im Familienunternehmen verbracht, dort auch seine Ausbildung gemacht.

Das Modehaus ist noch eines der immer weniger werdenden Geschäfte, die vom Inhaber geführt werden. Rund 200 Quadratmeter Verkaufsfläche hat das eingesessene Modehaus. „Wir hatten Kunden aus 50 bis 60 Kilometern Entfernung, die sich nun leider auch neu orientieren müssen“, sagt Dubbert. Doch wie beurteilt der Kaufmann die Entwicklung des Einzelhandels im Allgemeinen und in Stadtallendorf insbesondere? Was die untere Niederkleiner Straße betrifft, in der sich sein Geschäft noch befindet, ist Dubbert zurückhaltend. Während sich die Situation im oberen Abschnitt Zug um Zug verbessert hat, herrscht aus Dubberts Sicht im unteren Teil Stagnation. „Wenn in einigen Jahrzehnten die Lücke, die sich durch die Mietshäuser zwischen den beiden Teilen ergibt, geschlossen werden sollte, dann wird sich die Situation vielleicht ändern“, mutmaßt Dubbert.

Der Fachhändler kennt noch die Situation, dass sich die Gewerbetreibenden aus Stadtmitte und Niederkleiner Straße gegenseitig Konkurrenz gemacht haben. Erst mit Gründung von „Stadtallendorf aktiv“ verschwanden die verschiedenen Werbegemeinschaften. „Diese Konkurrenz war uns allen abträglich“, sagt Dubbert, der sich für den Zusammenschluss stark gemacht hatte.

Mit der Edeka-Ansiedlung in der Stadtmitte hofft die Stadt auf neue Impulse für die Innenstadtentwicklung. Dubbert ist skeptisch. „Ich glaube nicht, dass der Markt dem Handel etwas bringt, Die Kunden werden nach dem Einkauf bei Edeka nicht zwingend in der Stadt bleiben“, sagt Dubbert. Was die Handelssituation in Deutschland insgesamt angeht, ist er ebenfalls „vorsichtig pessimistisch“. Er fürchtet, dass die Leerstandsproblematik weiter zunehmen wird. Auch die Folgen des boomenden Onlinehandels seien noch nicht abschließend zu bewerten.

Er selbst will sich trotz Rente nicht ganz zur Ruhe setzen. „Ich will auch nach dem 1. Januar noch etwas tun“, sagt er.

Seine Mitarbeiterinnen Petra Fai und Annelies Bremer sind seit mehr als vier Jahrzehnten im Unternehmen beschäftigt. Beim Besuch der OP überreichte ihnen das Ehepaar Dubbert als Zeichen der Dankbarkeit für ihre Treue einen Blumenstrauß.

von Michael Rinde

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