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"Wie Ferienspiele, die immer stattfinden"

Jugendpflege "Wie Ferienspiele, die immer stattfinden"

Die Stadt Amöneburg denkt darüber nach, die Jugendpflege in die Hände des Marburger Vereins bsj zu legen. Die Jugendlichen finden das Konzept eigentlich gut, fordern aber mehr Informationen.

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Dominik Dörr (Vierter von rechts) sprach als einziger Vertreter eines Jugendraums mit Sarah Braun (von links), Johannes Glitsch, Janina Mengel, Manuel Schick, Sarah Schütz, Jonas Waldhüter und Lena-Maria Wieber über eine professionelle Jugendpflege.

Quelle: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Erwachsene Aufpasser für die Jugendräume wollen sie nicht. Das stellten die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirates und der Mardorfer Dominik Dörr, der sich als einziger Vertreter eines Jugendraums zur Sitzung des Gremiums bequemt hatte, sofort klar. Andererseits wäre es manchmal ganz sinnvoll, einen Ansprechpartner zu haben, gibt Dörr zu und ergänzt: „Ich könnte öfters mal jemanden zum Nachfragen gebrauchen, wenn es mal wieder schlecht läuft.“ Oftmals fehle es an Disziplin oder Verantwortungsbewusstsein, wenn es um Ordnung oder Regeln gehe.

Ein „Aufpasser“ ist im Konzept des bsj aber ohnehin nicht vorgesehen: Zwar sieht der Verein eine Betreuung der Jugendclubs vor, doch primär geht es um Angebote für die Freizeit- und Lebensgestaltung der Jugendlichen. Schwerpunkte sollen auf „erfahrungsorientiertem Lernen, außerschulischer Jugendbildung und Präventionsorientierung“ liegen - dazu gehören, wie sich am Beispiel Neustadt erkennen lässt, zum Beispiel Wanderungen, Kanutouren, Ausflüge und vieles mehr. Dabei setzt der Verein natürlich auf die Zusammenarbeit mit den in der Stadt „relevanten Institutionen“, insbesondere den Schulen. Von „Workshops, sinnvollen Freizeitbeschäftigungen und Ansprechpartnern bei Problemen und Anliegen“, sprach Burkhard Wachtel von der Stadtverwaltung.

35.000 Euro müsste die Stadt Amöneburg jährlich für die Jugendhilfe hinblättern - der Verein würde 30 Wochenstunden für sinnvoll halten, um das Konzept umzusetzen, die Stadt rechnet aber nur mit 20 Stunden.

Doch eine Entscheidung ist noch lange nicht gefallen. Jan-Gernot Wichert (CDU) plädierte im Gespräch mit den Jugendlichen dafür, zunächst eine Übersicht über die Angebote der Amöneburger Vereine für den Nachwuchs zu erstellen. „Das Interesse der Jugendlichen am Angebot der Vereine ist aber irgendwie ein bisschen eingeschlafen“, fügte Beiratsmitglied Janina Mengel hinzu.

Anhand des Konzeptes des bsj hielten die Jugendlichen fest, dass das Angebot interessant klinge. „Ein bisschen wie Ferienspiele, die immer stattfinden“, sagte Sarah Braun, ließ aber auch den pädagogischen Hintergrund der Jugendpflege nicht außer Acht.

„Eine professionelle Jugendpflege kostet viel Geld. Trefft Euch mit anderen Jugendlichen, vor allem mit den Verantwortlichen aus den Jugendräumen, und checkt ab, was Ihr genau wollt“, riet Gabriele Simmons (SPD) den Jugendlichen. Wichert hob eine weitere Frage hervor, die sie unbedingt stellen sollten: „Was sagen die, die derzeit etwas anbieten, wenn jemand kommt und mit Jugendarbeit seinen Lebensunterhalt verdient?“

Eigentlich hätte Karlheinz Nickel den Jugendlichen das Konzept des bsj während der vergangenen Sitzung vorstellen sollen, der Vereinsmitarbeiter war jedoch krankheitsbedingt verhindert. „Wir wollen aber in jedem Fall mehr Infos“, fasste Sarah Braun zusammen und hielt mit den anderen Gremiumsmitgliedern fest, den bsj zur nächstmöglichen Sitzung wieder einzuladen.

von Florian Lerchbacher

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