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Ostkreis Wertungsrichter lobt den Mut der Chöre
Landkreis Ostkreis Wertungsrichter lobt den Mut der Chöre
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06:15 23.05.2012
Der Männerchor Niederwald unter Leitung von Klaus Fillsack ging nach Mozarts „Weihe des Gesangs“ auf lustige „Diplomatenjagd“. Quelle: Manfred Schubert
Betziesdorf

„Fantastisch, ganz tolle Leistung.“ Peter Schmitt kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, nachdem der Chor „Glee Vocal“ Niederklein in „Gloria“ und „Parkplatzregen“ zwei neu eingeübte Stücke vorgetragen hatte, die eine Herausforderung seien, wie der Wertungsrichter betonte. Einige Feinheiten gelte es aber noch auszuarbeiten, beispielsweise seien Pausen ganz wichtig.

Insgesamt gefiel Schmitt an dem Wertungssingen, dass die Leiter zumeist jeweils zwei sehr unterschiedliche Stücke ausge­wählt hatten, um zu zeigen, was ihre Chöre zu leisten vermögen. Er hob den Mut hervor, teils sehr schwierige Lieder einzustudieren, und zeigte sich überrascht, wie viele Erstaufführungen darunter waren.

Als ihm beispielsweise Dirigent Matthias Hering mitteilte, dass sein Gemischter Chor Concordia Kirchhain Max Regers „Das Mädchen vom Lande“ gerade zum ersten Mal öffentlich präsentierte hatte, sagte Schmitt, dies sei ein sehr schweres Stück: „Werden Sie nicht müde, es zu üben, für das erste Mal war es schon richtig gut.“

Auch Uwe Gerike gratulierte er zur Literaturauswahl. Einen größeren Kontrast als Franz Schuberts „Die Nacht“ und Rammsteins „Engel“ könne man sich kaum vorstellen. Den Rock-Song hatte der Männerchor Cölbe ebenfalls erstmals aufgeführt: „Sie werden am Engel noch Spaß finden, wie an Schubert. Bis zum Fugato haben sie es ganz toll hinbekommen, dann ist der Chor aus den Fugen geraten. Bitte dranbleiben, Sie schaffen das“, bat Schmitt den Chor, dem er tolle Stimmen und eine ausgewogene Besetzung bescheinigte.

Wirklich überrascht war Schmitt vom Michelbacher Männerchor „Scharani“. Die nur 17 Sänger entwickelten „einen erstaunlichen Klang“. Wenn man die Augen schließe, denke man, es seien 10 bis 15 mehr. „Ihre Dirigentin macht gute Arbeit“, lobte er Ruslana Eidam.

Dem Frauenchor Cölbe, der „Der verliebte Schmetterling“ und „Oh Freedom“ gesungen hatte, bescheinigte der Juror schönen Klang und deutliche Aussprache. „Als Englischlehrer“ machte er jedoch darauf aufmerksam, dass „shouting“ nicht wie „shooting“ ausgesprochen werden dürfe. Zudem solle, wer das englische „th“ nicht richtig aussprechen könne, entweder „d“ oder lieber gar nichts singen - das höre man nicht, im Gegensatz zum falschen „th“.

Einigen Männerchören riet er, nicht zu forsch zu Werke zu gehen, dann liege schnell mal ein Ton daneben: „Mezzopiano heißt nicht mit Power“.

Nicht nur der Wertungsrichter genoss die Veranstaltung. Den Zuhörern bereiteten einige Darbietungen besondere Freude: etwa die spaßige „Diplomatenjagd“ des Männerchors Niederwald, dirigiert von Bundes­chorleiter Klaus Fillsack, der zudem durch das Programm führte. Oder der fröhliche Kinderchor aus Niederklein sowie der schwungvolle Auftritt des Jugendchors Langenstein mit „Mah-na-mah-na“ und „The Entertainer“. Des Weiteren präsentierten sich der gastgebende MGV „Liederkranz“ 1880 Betziesdorf, der Männerchor Emsdorf, der Frauenchor Wehrda, der Männerchor Anzefahr und der Männerchor Langenstein.

„An ganz vielen Stellen im Sängerbund wird sehr, sehr gute Chorarbeit geleistet“, fasste Schmitt seinen Eindruck nach knapp viereinhalb Stunden zusammen.

In der Pause ehrten Markus Welk, der Vorsitzende des Sängerbunds Kurhessen, und Claudia Roder vom Vorstandsteam langjährig aktive Sänger und ehrenamtlich Tätige.

65 Jahre: Heinrich Klingelhöfer (MGV Caldern); 60 Jahre: Karl Henkel, Hans Pitz (beide MGV Betziesdorf), Ludwig Sause (Chorgemeinschaft Lahnfels); 40 Jahre: Winfried Trier (MGV Niederwald), Heide­marie Ackermann, Irmgard Michel, Katharina Stein und Katharina Zedlack (alle Gesangverein Elnhausen); 25 Jahre: Ulrich Peter, Alexander Dick und Heinrich Feußner (alle MGV Cölbe).

Zehn Jahre im Vorstand des Gesangvereins Elnhausen tätig waren Ellen Müller und Erhard Fischer.

von Manfred Schubert