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Ostkreis Wer schwimmen will, bezahlt mehr
Landkreis Ostkreis Wer schwimmen will, bezahlt mehr
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19:49 12.05.2017
Das Freibad Stadtallendorf öffnet voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni, dann mit höheren Eintrittspreisen. Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Es hatte sich im Finanzausschuss schon angedeutet, dass sich die Fraktionen auf einen Vorschlag verständigen könnten. So kam es am Donnerstagabend auch. Der von der SPD erarbeitete Vorschlag als Ergebnis vorangegangener Beratungen in der (nichtöffentlichen) Betriebskommission fand bei allen Stadtverordneten Zustimmung.

Die CDU hatte sich dabei endgültig erst unmittelbar vor der Stadtparlamentssitzung darauf festgelegt, weil es bei ihr vorher keine Beratungsmöglichkeit gegeben hatte.

Dass es die Notwendigkeit zu einer Preisanhebung gab, war schon seit Ende vergangenen Jahres absehbar. Da beauftragten die Parlamentarier die Stadtwerke als Badbetreiber, das bisherige Preismodell zu überprüfen. Das geschah auch vor dem Hintergrund der Eröffnung des Hallenbades Alldomare, das allerdings eine eigene Tarifstruktur hat. Eine Überarbeitung der Freibadtarife stand ohnehin an. Denn auch dort soll nunmehr der Stadtpass für Bürger Stadtallendorfs gelten, die Leistungen nach verschiedenen Sozialgesetzbüchern (SGB II, SGB XII oder Grundsicherungsgesetz) erhalten. Der Stadtpass wurde für das Alldomare neu eingeführt und muss individuell im Rathaus beantragt werden.

Eine 50er-Karte wird es entgegen den Vorschlägen der Verwaltung allerdings nun nicht mehr geben.

Sigrid Waldheim (SPD) fasste die erwähnten Notwendigkeiten für eine Anpassung der Freibadpreise zusammen. Dass der Tageskartenpreis für Erwachsene mit 3,50 Euro nunmehr dem Zwei-Stunden-Tarif im Alldomare entspricht, ist aus SPD-Sicht sinnvoll. „Wenn wir künftig Anpassungen vornehmen, ist eine Kopplung möglich“, sagte Waldheim. Bei diesem Punkt zeigte sich die CDU-Fraktion zumindest skeptisch. Einen „Automatismus“ wolle man so nicht unterstützen, machte Fraktionsvorsitzender Hans-Georg Lang klar.

Er verwies darauf, dass es beim Freibad, etwa bei den Sanitäranlagen, Investitionsbedarf gebe. „Wir nehmen bei den Eintrittspreisen einen ordentlichen Schluck aus der Pulle. Das bringt uns auch bei den Investitionen in einen Zugzwang, wenn es die Finanzen erlauben“, machte Lang klar.

Die Stadtwerke hatten in den vergangenen Jahren vor allem in die Sicherheitstechnik investiert, in den Chlorgasraum oder die Pumpenanlagen. Aktuell sind keine größeren Ausgaben für das Freibad vorgesehen.

Die Mitarbeiter der Stadtwerke richten es gerade für die neue Saison her. Voraussichtlich öffnet das Freibad Ende Mai oder Anfang Juni, ein genauer Termin ist noch nicht bekannt. In der Regel dauert die Saison des 1963 eröffneten Bades bis etwa September, je nach Witterung. In einer guten Saison besuchen nach städtischen Angaben rund 30000 Schwimmer das Freibad in unmittelbarer Nachbarschaft des Herrenwaldstadions.

Die jetzt beschlossenen Eintrittspreiserhöhungen werden das Bäderdefizit Stadtallendorfs in jedem Falle nur geringfügig senken. Berechnungen für die Varianten, die die Stadtwerke vorgeschlagen hatten, ergaben Mehreinnahmen von rund 30000 Euro. In einem guten Sommer nahm die Stadt bisher rund 61000 Euro Eintrittsgelder ein.

Die Stadt muss das Bäderdefizit aus ihrem laufenden Haushalt ausgleichen.

ÜBERBLICK ÜBER DIE TARIFE

Es gelten ab dieser Saison folgende Tarife für das Stadtallendorfer Freibad:

Kinder bis 5 Jahre: weiterhin freier Eintritt;

Kinder/Jugendliche von 6 bis 17 Jahren: 2,50 Euro, 10er-Karte 21,25 Euro) und 25er-Karte 43,75 Euro;

Erwachsene: Tageskarte 3,50 Euro (bisher 2,50 Euro), 10er-karte 29,75 Euro (20 Euro), 25er-Karte 61,25 Euro (43,75 Euro).

Familien: 10 Euro (bisher 6 Euro für Familiengruppen­karte);

Ermäßigter Eintritt für Schüler ab 18 Jahren, Studenten, Freiwilligendienst und weitere Personengruppen: 3 Euro (bisher 2 Euro), 10er-Karte 25,50 Euro (bisher 18 Euro);

Neu eingeführter Stadtpass: Kinder/Jugendliche ab 6 Jahren: 1,50 Euro, Erwachsene 2 Euro und Familienkarte 6 Euro.

von Michael Rinde

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