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„Wer das überlebt, hat keine Angst mehr"

Stadtallendorf „Wer das überlebt, hat keine Angst mehr"

Im Stadtallendorfer Parlament gab es am Donnerstag eine aufgebrachte Debatte um die Baustellensituation.

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Stadtallendorf. Verbale Entgleisungen, emotionale Reaktionen und „Kindergartengehabe“ – all dies löste am Donnerstagabend ein Antrag der SPD-Fraktion zur Verbesserung der aktuellen Verkehrsverhältnisse aus: Christian Somogyi machte eindrücklich – nämlich mit selbstgeschossenen Fotos – auf „Missstände“ in der Stadt aufmerksam.

„Das, was wir hier sehen, ist kein mitteleuropäischer Standard“, sagte Somogyi und zeigte ein Foto, auf dem eigentlich kaum etwas außer absoluter Dunkelheit zu sehen war. Denn die fehlende Beleuchtung der Unterführung und des provisorischen Weges entlang der Baustelle am alten Busbahnhof war einer der Kritikpunkte, die Somogyi anbrachte. Selbst er habe dort nachts in der Dunkelheit etwas „Muffe“ gehabt, gab der Parlamentarier zu.

Doch dies war nicht sein einziger Kritikpunkt: So monierte er, dass Stadtallendorfs Bürger aufgrund der Baustellen von der Versorgung weitgehend abgeschnitten seien. „Senioren können nicht mehr zum Arzt“, sagte Somogyi, der sich von der Stadt eine Einbindung der Seniorenbeiräte gewünscht hätte.

Auch die Situation der Geschäftsleute nahm der SPD-Mann ins Visier: Aufgrund der erschwerten Verkehrssituation habe der Einzelhandel Einbußen bis zu 40 Prozent. „Wer das überlebt, hat keine Angst mehr vor der Zukunft“, betonte Somogyi und bilanzierte, dass für Bürgermeister Manfred Vollmer zwar die Termineinhaltung für den Hessentag oberste Priorität habe – nicht aber die Sicherheit und Belange der Bürger.

Somogyis Ausführungen gingen nicht spurlos an Bürgermeister Manfred Vollmer vorbei. „Vielen Dank für den Nachhilfeunterricht“, konterte Vollmer (CDU) und kritisierte Somogyis – in seinen Augen – „unsachlichen Vortrag“. Er habe alles getan, um zu verhindern, dass Menschen über die Gleise laufen, betonte der Bürgermeister.

Diverse Zwischenrufe und lautmalerische Äußerungen aus dem Gremium quittierte Vollmer mit sichtlichem Unmut. „Es wäre schön, wenn Sie uns lieber mal den Rücken stärken würden“, betonte er.

von Nadine Weigel

Einen ausführlichen Bericht aus dem Parlament lesen Sie am Samstag in der gedruckten OP.

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