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Ostkreis Weniger kann mehr sein
Landkreis Ostkreis Weniger kann mehr sein
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19:53 07.02.2012
Nach der Ideenskizze bilden künftig nur noch die beige und rot markierten Flächen das Kirchhainer Bürgerhaus.  Haupteingang, Foyer und Toilettenanlage sollen auf der Rückseite des Gebäudes angebaut werden. Quelle: Stadt Kirchhain/ Gade plus Partner

Kirchhain. Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) und Bauamtsleiter Volker Dornseif  stellten ihre Überlegungen zur radikalen Schrumpfungskur des zur energetischen Sanierung anstehenden Bürgerhauses am Montagabend dem Bau-, Planungs-, Stadtsanierungs-, und Dorferneuerungsausschuss vor.

Ausgangspunkt dieser Planung sei die 1,7 Millionen Euro teure energetische Sanierung des Ende der 60er erbauten Gebäudes, für die die Stadt einen Förderbescheid über 1,1 Millionen Euro erhalten hatte.

Magistrat und Stadtverwaltung hätten das anstehende Großprojekt zum Anlass für eine Bedarfsanalyse genommen. Ergebnis: Das Bürgerhaus werde heute nur noch eingeschränkt für das genutzt, für das es einst gebaut wurde.

Kirchner verwies auf die beiden Großküchen – wer heute feiere bestelle einen Catering-Service –, das ehemalige Restaurant und das riesige Foyer, das nur dreimal im Jahr für das Frühlingsfest, den Kunstmarkt und für einen Basar genutzt werde. Den VHS-Raum und den Büchereiraum im Obergeschoss  wolle die Stadt ohnehin aufgeben, da sich ein barrierefreier Zugang über den Einbau eines Aufzugs für diese beiden Räume nicht lohne.

Bauamtsleiter Volker Dornseif erklärte, dass die Anfrage der Firma Gade plus Partner der Stadt bei diesen Überlegungen in die Karten gespielt habe. Das Unternehmen möchte in der linken Gebäudehälfte und auf dem Dach in gestaffelter dreigeschossiger Bauweise zehn seniorengerechte Wohnungen bauen.

Der Bürgermeister nannte zwei entscheidende Vorteile, die für die Umsetzung der Idee sprächen: Eine deutliche Reduzierung der Betriebskosten – zwei Drittel des Defizits  bei den städtischen Gemeinschaftshäusern entfielen auf die Bürgerhäuser in der Kernstadt und in Großseelheim – und eine deutliche Absenkung des städtischen Anteils an den Umbau- und Sanierungskosten des Bürgerhauses.

Der Kämmerer räumte aber auch ein: „Die Umsetzung der Idee ist mit einem deutlichen Rückbau von öffentlichen Flächen für unsere Bürger verbunden. Das muss man ganz klar sagen.“

Der Bürgermeister bekam trotzdem den einstimmigen Auftrag des Ausschusses, diese Idee weiter voranzubringen.

von Matthias Mayer

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