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Weit vor der Kirmes gibt es ein wenig Zoff

Beschwerde Weit vor der Kirmes gibt es ein wenig Zoff

Johanna Braun wollte schnell sein - war allerdings offenbar zu schnell und zu ungeduldig. Bereits kurz nach der diesjährigen Trinitatis-Kirmes hatte sie sich bei der Stadt als Burgfräulein für den Junker Hans beworben und dann gewartet.

Neustadt. Ende November war es ihr dann zu viel. „Ich bin sehr enttäuscht, dass es die Stadt Neustadt, die immer sehr viel Aufhebens um die Neustädter Kirmes macht, nicht einmal für nötig erachtet, auf meine Bewerbung zu antworten“, schrieb sie in einem offenen Brief.

Sie wisse, dass für den Junker und seine Burgfräulein immer „Leute gesucht werden“. Nun habe der Bürgermeister bereits das Programm für die Kirmes 2014 vorgestellt: „Um so mehr erbost es mich, dass man mir nicht einmal abgesagt hat“, schreibt Braun und ergänzt: „Auf eine Absage wäre ich sogar gefasst gewesen, da allgemein bekannt ist, dass ich hörgeschädigt bin und dies vielleicht ein Grund für die Kirmeskommission gewesen sein könnte, mich abzulehnen.“

Im Rathaus stößt sie indes mit ihrem offenen Brief auf Verwunderung: Es sei Brauch, dass der Junker Hans und seine Burgfräulein erst im Frühjahr ausgewählt würden, antwortet Bürgermeister Thomas Groll auf eine Anfrage dieser Zeitung. Die Stadt habe die Bewerbung Brauns bei den entsprechenden Unterlagen abgeheftet - eine Eingangsbestätigung habe sie indes nicht verschickt, da dies nicht üblich sei. Er habe dies nun jedoch samt Erläuterungen nachgeholt, in seinem Brief aber auch betont, dass sich eigentlich immer Dreigestirne bewerben würden: „Die Chemie muss stimmen. Der Junker und die Burgfräulein halten zum Beispiel während des Festzuges auch Händchen.“ Und natürlich könnten sich auch Menschen mit Handicap bewerben: „Es geht darum, Repräsentanten der Stadt Neustadt zu sein. Diese müssen natürlich auch vor großem Publikum sprechen. Wer das kann, wird von uns als geeignet angesehen. Und wer sich zutraut, das Amt in der bisher gewohnten Art und Weise auszuüben, kann sich bei uns bewerben.“

Für Braun heißt es also, weiter zu warten. Im Frühjahr kommt der Aufruf der Stadt. „Wir sind ergebnisoffen“, hebt Groll hervor. Wer Junker Hans und Burgfräulein wird, erfahren die Neustädter während des Weinfestes am 23. Mai - also diesmal rund einen Monat vor der Kirmes.

von Florian Lerchbacher

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