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Ostkreis Wehr bekommt zeitgemäße Wache
Landkreis Ostkreis Wehr bekommt zeitgemäße Wache
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19:49 10.04.2012
Statt eines Spatenstiches riss der Bagger am Dienstag Morgen eine erste Lücke in den Altbau des Feuerwehrstützpunktes. Verantwortliche von Stadt und Feuerwehr inklusive der Architekten zeigten den Bauplan. Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Etwa zwei Jahre Planungsarbeit auf Seiten der Verwaltung, der städtischen Gremien und der Kirchhainer Feuerwehr gingen dem gestrigen Tag voraus. Dank Geld aus dem Investitionspakt saniert die Stadt Kirchhain den Feuerwehr-Stützpunkt in drei Abschnitten.

Zunächst steht bis Ende des Jahres der knapp 60 Jahre alte Altbau-Komplex im Vordergrund. Er bekommt – wie sämtliche anderen Gebäudeteile – ein neues Dach und eine zeitgemäße Wärmeisolierung. „Alles beginnt mit Dachstuhlrückbau“, erläutert Architekt Roland Ott. In etwa vier Wochen ist die neue Dachkonstruktion bereits zu sehen.

Alle künftigen Pultdächer sind dabei so geplant, dass sie als Aufstellfläche für das angepeilte Bürger-Sonnenkraftwerk dienen können.

Im Inneren des Altbaues geschieht ebenfalls einiges. Die Räume werden neu zugeschnitten. Sie entsprechen dann den Bedürfnissen aller Feuerwehrabteilungen, also auch der Jugend-Feuerwehr  und des Blasorchesters. Zugleich entsteht ein Multifunktionsraum. Bei Großeinsätzen im Kirchhainer Stadtgebiet steht  dort künftig auch eine kleine Einsatzzentrale bereit. „Bisher haben wir nichts Vergleichbares“, erläutert Stadtbrandinspektor Reinhold Bonacker. Die Fahrzeuge, die bisher im Altbau standen, sind inzwischen in die Markthalle umgesiedelt worden. Sie sind wie gehabt voll einsetzbar, was sich schon während der größeren und kleineren Einsätze am Osterwochenende unter Beweis stellte. Einziger Nachteil: Die Markthalle steht für andere Veranstaltungen nur noch eingeschränkt zur Verfügung.

Im zweiten Bauabschnitt folgt der Gebäudekomplex aus den 70er Jahren, in dem zurzeit noch die modernen Großfahrzeuge der Wehr parken. Sie sind auch die ersten, die bei einem Alarm ausrücken. Auch dieser Gebäudeteil bekommt eine gänzlich neue Dachkonstruktion und eine energiesparende Fassadensanierung. Zuletzt, also im Laufe des nächsten Jahres, zieht die Stadt zwei kleinere Anbauten hoch. Durch sie entsteht eine moderne Umkleidemöglichkeit und Lagerfläche. Letzteres kommt auch den Stadtteilwehren zugute, die im Kernstadt-Stützpunkt ihre Anlaufstelle haben. Jener Anbau an der kleinen Schlauch-Waschanlage bringt dann genügend Platz für die Wartung und Pflege der Feuerwehrgerätschaften inklusive der Schläuche. Künftig kann die Kirchhainer Feuerwehr damit auch auf Lagerräume außerhalb des Stützpunktes verzichten.

Der Bedarf für die Sanierung sei immer unumstritten gewesen, sagt Stadtbrandinspektor Bonacker. An den Gebäuden sei vor Jahrzehnten zum letzten Male Hand angelegt worden. Deshalb nähmen die etwa 120 Betroffenen die jetzt anstehenden Einschränkungen auch gerne in Kauf, sagt Bonacker.

Für die Stadt Kirchhain ist die Stützpunkt-Baustelle „kein Projekt, das die Stadt nebenbei stemmen kann“, betont Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). Erster und zweiter Bauabschnitt werden mit Geld aus dem Investitionspakt gefördert.  1,18 Millionen Euro Baukosten sind dafür veranschlagt. Der Zuschuss beträgt dabei 790.000 Euro. Noch einmal 210.000 Euro sind für die Anbauten vorgesehen. Dafür hofft die Stadt auf Geld aus einem Brandschutz-Fördertopf. „Alle städtischen Gelder sind im Haushalt eingeplant. Die Gremien stehen hinter dieser Sanierung“, betont Kirchner.  Doch die Stadt gibt nicht nur mehrere hunderttausend Euro aus. Sie spart auch  einiges Geld in den nächsten Jahren. Denn die Energiekosten sinken um mehr als 30 Prozent.  Das wären mehrere zehntausend Euro an Ersparnis im Jahr. Damit erfüllt die Stadt auch die Vorgaben für die Förderung aus dem Investitionspakt.

von Michael Rinde