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Ostkreis Kirchhains Freibad am Mittwoch geschlossen
Landkreis Ostkreis Kirchhains Freibad am Mittwoch geschlossen
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09:56 30.08.2018
Die Feuerwehr hatte am Dienstagabend Großeinsatz am Kirchhainer Freibad.  Quelle: Tobias Hirsch
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Kirchhain

Am Dienstag Kurz vor 21 Uhr meldeten Anwohner, dass eine Alarmanlage am Freibad ausgelöst worden sei. In der Annahme, dass es sich womöglich um einen Einbruch handeln könnte, war kurz darauf eine Streife der Polizei vor Ort.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war am Dienstagabend rund um das Kirchhainer Freibad zugange. Chlorgas war aus einer lecken Flasche ausgetreten. Zwei Polizisten und zwei Feuerwehrleute mussten zur Untersuchung ins Krankenhaus. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr.

Die beiden Beamten stellten fest, dass eine Chlorgas-Warnanlage angesprungen war. Die alarmierte Feuerwehr sperrte den Bereich um das Bad ab und begann sogleich mit Messungen, um den Gasgehalt in der Luft zu ermitteln und die Gefahr für Einsatzkräfte und Anwohner einschätzen zu können.

Die Bevölkerung wurde mittels Lautsprechern aufgefordert, vorsorglich Fenstern und Türen zu schließen. Derweil begaben sich Feuerwehrleute in Schutzanzügen und mit Atemschutz in den sogenannten Kesselraum des Bades. Dort wurde eine lecke Gasflasche gesichert. Zum Dekontaminieren war eigens ein Zelt aufgestellt, in dem nach dem Einsatz die Einsatzkleidung und Gerätschaft gereinigt wurde.

Nach Feststellung der Feuerwehr war der Chlorgas-Anteil in der Luft rund um das Bad im unkritischen Bereich. Die beiden Polizeibeamten, die zuerst vor Ort waren sowie zwei Feuerwehrleute wurden vorsorglich zur Untersuchung ins Marburger Klinikum gebracht. Nach Belüftung des Gebäudes und dem Ergebnis der weiteren Messungen gab es um 23.30 Uhr die Entwarnung. Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann, der am Dienstabend ebenfalls vor Ort war, kündigte an, das Freibad bleibe am Mittwoch zunächst geschlossen. Das hat die Stadt mittlerweile auch auf ihrer Internet- und Facebookseite mitgeteilt. Sobald die Kontrollen abgeschlossen sind, wird das Bad wieder öffnen.  

  • Lesen Sie über den Einsatz und die Auswirkungen einen ausführlichen Bericht in der Donnerstag-Ausgabe der Oberhessischen Presse.

von Hartmut Berge

Chlorgas und vermeintlicher Chlor-Geruch

Zur Wasseraufbereitung für Schwimmbäder durchläuft das Wasser verschiedene Reinigungsstufen, um Schmutz und Bakterien zu entfernen.
In der Regel wird zur Desinfektion des Wassers Chlorgas eingesetzt.
Diese Anlagenteile müssen regelmäßig gewartet und geprüft werden. Sie werden von Chlorgas-Sensoren überwacht. Bei einem Austritt von Chlorgas wird Alarm ausgelöst.

Chlor als Desinfektionsmittel im Badewasser ist geruchlos. Erst wenn Harnstoff hinzukommt, der über Urin und Haut abgegeben wird, entsteht Chloramin und damit der typische Chlorgeruch. Je mehr Harnstoff, desto stärker der Schwimmbadgeruch. 40 Badende geben über die Haut in etwa so viel Harnstoff ab wie eine ins Wasser urinierende Person. Ein 400 000 Liter fassendes Becken (20x10x2m-Becken) enthält etwa 26,5 Liter Urin. Vorheriges Duschen entfernt bis 97 Prozent des Haut-Harnstoffes.

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