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Was tun Sie gegen Bevölkerungsschwund und Leerstand?

Fragen an die Kandidaten Was tun Sie gegen Bevölkerungsschwund und Leerstand?

Die ländlichen Regionen verlieren Einwohner und beklagen zunehmenden Leerstand in Dörfern und Städten. Davon ist auch Rauschenberg betroffen.

Rauschenberg. Die OP befragt die vier Bürgermeister-Kandidaten zu den wichtgsten Sachthemen dieses Wahlkampfes. Heute erläutern Micheal Emmerich (CDU), Markus Heeb (SPD), Michael Vaupel (Die Grünen) und Anders Arendt (parteilos) ihre Vorstellungen im Kampf gegen Bevölkerungsschwund und Leerstand.

Vertiefend diskutiert werden dieses und andere Themen beim OP-Wahlforum am 27. September um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Bracht.

Mit Ausnahme von Anders Arendt, der nicht teilnehmen will, stellen sich die Kandidaten den Fragen der Bürger und der OP-Redaktion. Wer am 27. September nicht nach Bracht kommen kann, kann seine Fragen an die OP mailen:stadtallendorf@op-marburg.de

Michael Emmerich, CDU:  

Bei der Bekämpfung der Leerstände gibt es viele Möglichkeiten. Sie müssen aktiv angegangen werden. Es muss versucht werden, aus maroder Substanz wieder attraktive Bauflächen in den Ortskernen zu entwickeln. Um kleine Grundstücke aufzuwerten, sollten mehrere Einheiten zusammengelegt werden. So entsteht günstiger Lebensraum, gerade auch für Familien. Die Grundstücke sind erschlossen, es fallen keine Kosten an.

Viele ältere Häuser entsprechen nicht mehr dem heutigen Bedarf an Wohnraum. Singles und Alleinerziehende finden nur schwer kleine Wohnungen, während große Einheiten leer stehen. Hier müssen Angebot und Nachfrage zusammen gebracht werden. Es muss aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten bestehen. Die Leerstände können so reduziert werden, der Einwohnerschwund wird aufgehalten.

Markus Heeb, SPD:

Als Bürgermeister sehe ich meine Rolle als Frontmann beim Anpacken dieser Themen: Ich werde gemeinsame Gespräche der Stadt mit Grundstückseigentümern, Immobilienmaklern, Architekten und Planern, Vertretern von Banken sowie Marketing-Experten initiieren und leiten, um so gemeinsam maßgeschneiderte Konzepte zu erarbeiten, die für eine bedarfsgerechte Nutzung der Gebäude – ob durch Familien oder Singles – sorgen sollen, frei nach dem Motto „Jung nutzt Alt“.

Parallel dazu muss die Rauschenberger Infrastruktur erhalten und ausgebaut, sowie Bauwilligen schnell bezahlbares Bauland zur Verfügung gestellt werden.

Um Rauschenberg für die größer werdende Zahl der Senioren weiter attraktiv zu gestalten, sollten ambulante, stationäre und sonstige Seniorenangebote zu einem Netzwerk ausgebaut werden.

Michael Vaupel, Die Grünen:

Das Bild Rauschenbergs in der Öffentlichkeit muss verbessert werden. Durch eine häufig negative Berichterstattung zeichnet sich ein Bild ab, das Rauschenberg – trotz aller Defizite - nicht gerecht wird! Mit einer Imagekampagne muss entgegengewirkt werden. Jeder Stadtteil hat lebens- und liebenswerte Vorzüge, die den Vergleich mit anderen Kommunen nicht scheuen muss!

Kommt die Großgemeinde in der Öffentlichkeit endlich positiv rüber, werden ihre Vorzüge wieder besser deutlich: Herrliche Landschaft, günstiger Wohnraum, ansprechende Infrastruktur, eine gute Nahwärmeversorgung können Wegzug vermeiden und Neubürger anlocken.

Die Integration dieser Neubürger muss verbessert werden. Ein Förderprogramm „Altbau“ kann Leerstand vermeiden helfen. Alle alten Gebäude können nicht erhalten werden.

Anders Arendt, parteilos:

Während andere Kandidaten die Probleme mit den Rezepten von vorgestern lösen wollen, stelle ich eine schonungslose Analyse an den Anfang. Mit dem demografischen Wandel und dessen Auswirkungen beschäftige ich mich seit vielen Jahren auf hohem Niveau. Rauschenberg muss entweder damit leben, dass die Bevölkerung weiter stark zurückgeht und die Leerstände zunehmen oder sehr entschlossen gegensteuern. Das kann nur gelingen, wenn in Rauschenberg selbst hochwertige Arbeitsplätze entstehen. Andernfalls werden die heute leider nicht mehr so zahlreichen jungen Familien Rauschenberg nicht als Wohnort auswählen. Leerständen der bis vor kurzem noch gastronomisch genutzen Gebäude in Innenstadtlage begegnet man nicht mit der Schaffung einer neuen Gemeinschaftseinrichtung. Der Ausbau der Kratz`schen Scheune muss verhindert werden.

von Matthias Mayer

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