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Was heute glänzt, ist morgen nur noch Schrott

Der Kreis im TV I Was heute glänzt, ist morgen nur noch Schrott

Millionen Zuschauer vor dem Fernseher und rund 60000 Menschen in der Arena auf Schalke werden dabei sein, wenn am Samstag die feuerroten Stock Cars des Motor-Clubs Schwabendorf über die Piste kacheln.

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Norbert Weidenmüller (von links), Thomas Lins (mit Sohn Felix), Luis und Kai-Uwe Fritsch, Dirk Junker, Martin Wege und Heino Stock (mit Sohn Jannik Piller) freuen sich auf morgen.Foto: Waldhüter

Schwabendorf. Rasen, drängeln, rammen: Am Ende der TV-Total-Stock-Car-Challenge wird von den mühevoll aufgearbeiteten Autos des Motor-Clubs-Schwabendorf nur noch Schrott übrig sein, denn während der Rennen gelten keine Regeln und es gibt kein Mitleid.

In den umgebauten Autos gibt es weder Glas, noch Auspuff oder eine TÜV-Plakette, dafür aber Überrollbügel, Sechspunktegurt und vergitterte Fenstern. Zum achten Mal haben Thomas Lins, Dirk Junker, Norbert Weidemüller, Kai-Uwe Fritsch, Heino Stock und Martin Wege in monatelanger Arbeit zwei VW Golf und einen Ford Granada zu „Stock Cars“ umgebaut.

Trotz der langen Erfahrung wird ihre Arbeit alles andere als leichter: „Gerade die Teile für den Granada zu beschaffen, wird immer schwieriger“, erklärt Lins, der das Ford-Modell als bestes Fahrzeug für Stock-Car-Rennen bezeichnet.

In drei Hubraumklassen (3000, 1900 und 1500 Kubikzentimeter) werden die diesmal feuerroten Boliden aus Schwabendorf am Samstag um 20.15 live bei Pro Sieben zu sehen sein. Der Fahrer, der seine Gegner am häufigsten dreht oder aufs Dach legt, bekommt die meisten Punkte. In der Teamwertung „Rodeo“ krachen letztendlich alle noch fahrtüchtigen Autos so lange ineinander, bis nur noch eine Teilnehmer über die Piste donnern kann.

„Es ist eine gute Werbung für unser Team, wenn beim ,Rodeo‘ alle Autos noch laufen. Das zeugt von unserer guten Arbeit“, hofft Lins auf das Durchhaltevermögen der Fahrzeuge.

Begeisterte Motorsportler hatten im Jahr 1971 den Motor-Club Schwabendorf ins Leben gerufen. In Sachen Stock Car kann der Club auf lange Erfahrungswerte zurückblicken, denn bis Ende der 80er Jahre wurden in Schwabendorf Stock-Car-Events ausgetragen.

Gestern Morgen machten sich die sechs Schwabendorfer mit ihren Autos auf den Weg nach Gelsenkirchen. In der Vergangenheit hatten sie während der Pro-Sieben-Sendung schon etliche Erfolge in unterschiedlichen Klassen verzeichnet. In den vergangenen beiden Jahren ging das Team allerdings leer aus. „Es ist halt schade, dass wir keinen Einfluss darauf haben, wer unsere Autos fährt“, bedauert Norbert Weidemüller.

In diesem Jahr werden Sascha Vollmer und Alec Völkel von der Band „The BossHoss“ und „The Voice“-Moderator Thore Schölermann das „The Voice“-Crash-Team bilden und am Steuer der Schwabendorfer Stock Cars sitzen. Die Erwartungen für die Rennen hält das Team klein. „Wir erwarten wenig, wir kennen die diesjährigen Fahrer nicht. Aber diejenigen, die schon länger mitfahren, sind natürlich im Vorteil“, erklärt Lins.

„Für uns ist die Veranstaltung Adrenalin pur. Wir warten, was passiert. Manchmal werden die Autos mit einem Gabelstapler gebracht, dann müssen wir sie schnell für den nächsten Lauf klar machen“, ergänzt Kai-Uwe Fritsch. Einen Motorenwechsel erledigt das Team in rund 20 Minuten. „Wenn alle anpacken“, schränkt Lins ein, der die gute Zusammenarbeit untereinander besonders betont.

„Nach dem Schrauben sind wir platt“, berichtet der Vereinsvorsitzende von den Arbeiten hinter den Kulissen. Gegen ein Uhr in der Nacht endet die Veranstaltung, danach heißt es einpacken und noch in der Nacht die Arena verlassen.

Zeit für die After-Show-Party sei aber allemal noch, sind sich die Schwabendorfer einig. Gelernter Kfz-Mechaniker ist nur Heino Stock, ansonsten gehen die Teammitgliedern Berufen wie Schlosser, Elektriker, Monteur, Schreiner oder Lastwagenfahrer nach.

„Seit wir laufen können, gab es die Stock-Car-Rennen. Für uns als Kinder waren sie das Größte auf der Welt“, versucht Fritsch eine Erklärung für ihre Leidenschaft zu finden. Trotz des Stress‘ freuen sie sich auf die Veranstaltung und die vielen Prominenten: „Der Spaß entschädigt für die viele Arbeit“, sagt Dirk Junker.

von Karin Waldhüter

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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