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Warum die kleine Glocke bimmeln muss

Emsdorfer Karneval Warum die kleine Glocke bimmeln muss

Von tanzenden Nonnen über knackiges Männerballett, Show- und Gardetanz vom Feinsten und Sketche zum Schlapplachen: Rund 250 Damen ohne Herren sahen beim KFD-Frauenfasching ein vielfältiges Programm.

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Die Emsdorfer Disney-Träumer kamen als farbenprächtiges Disney-Movie daher. 

Quelle: Karin Waldhüter

Emsdorf. Dass die Emsdorfer Karneval können, haben die Närrinnen des KFD-Frauenfaschings bei ihrer gut viereinhalbstündigen Sitzung am Freitagabend wieder eindrucksvoll bewiesen. Bevor es losging, hatten die Momberger Musikanten mit Stimmungsliedern und Schunkelrunden schnell Publikum und Saal auf Betriebstemperatur gebracht.

Sitzungspräsidentin Stephanie Paul und ihr Moderatorenteam mit Christine Hampach, Daniela Nebel-Schmidt, Lisa Jüngst, Jennifer Fritsch, Silvia Paul und Alexandra Stäb trafen also bei ihrem Einzug auf ein gut eingestimmtes Publikum. Sie feuerten die Stimmung weiter an und zündeten zur Begrüßung eine erste Konfettikanone.

Kein geistlicher Beistand

Frei nach dem ausgegebenen Motto „Walt Disney – willkommen im Land der Phantasie“ tummelten sich viele bekannte Walt-Disney-Figuren, wie Micky Mäuse, Minnies oder Peter Pans im Saal. Auskommen mussten die Emsdorfer Närrinnen an diesem Abend ohne geistlichen Beistand, denn Pfarrer Peter Weber hatte krankheitsbedingt absagen müssen.

Stephanie Paul, schickte Besserungswünsche und hielt sich nicht mit langen Vorreden auf, denn vor dem Saal warteten schon ungeduldig 21 kleine EKC-Funken.

Liane Pfeiffer nimmt die Straßenlampen aufs Korn

Mit rund 120 Aktiven war die Zahl der Mitwirkenden in diesem Jahr so groß wie noch nie, wie Kassiererin Helga Bangert gegenüber der OP erklärte. Gruppen wie die „7 Teens“, die „Disney-Träumer“ und die „Sektbar-Engel“ hatten sich neu gebildet und begeisterten auf der Bühne. Dagegen steht Liane Pfeiffer schon seit vielen Jahren als „Miss Marple“ in der KFD-Bütt.

Sie nahm das Dorfgeschehen ins närrische Visier und kritisierte das „Chaos-Parken“ am Kindergarten, die mangelhafte LED-Straßenbeleuchtung und erklärte mit Blick auf manchen Emsdorfer Baumbestand: „Mein Freund, der Baum, ist tot“. „Wir Emsdorfer laufen im Dunkeln, solche Leistungen nennt man Versagen“, erklärte sie und würdigte die langjährige KFD-Präsidentin Otti Garg.

Dass ein Traugespräch nicht unbedingt in eine Hochzeit münden muss, zeigten Kunigunde (Lisa Lecher), Harry Schlappschwanz (Karin Pfeiffer) und Pfarrassistentin Verena Pfeiffer im Sketch „Das Traugespräch“. „Nimm die Kapp‘ ab, oder hast du Angst, der letzte Spatz fliegt weg?“, forderte Kunigunde von ihrem „untauglichen“ Harry, mit dem sie schon lange in wilder Ehe lebt.

Normalerweise würden bei einer Trauung ja immer die großen Glocken läuten, erklärte Pfarrassistentin Verena Pfeiffer, schon reichlich genervt von dem Paar. Aber nur dann, wenn man davon ausgehen könne, dass die Braut noch Jungfrau sei. Da die beiden ja schon so lange in wilder Ehe lebten, könne nur die kleine Glocke geläutet werden. „Wir läuten mit der großen Glocke, doch die Kleine muss kräftig dazwischen bimmeln“, forderte Harry, und das Publikum grölte. Zu keiner Einigkeit führten auch die Liedvorschläge des Paares. Dafür kam die Idee, das „Irische Segenslied“ zu singen, beim Publikum im Saal bestens an, das sogleich im Chor die gesamte erste Strophe intonierte.

KFD-Hupfdohlen rockten die Bühne

Mit dem Sketch „Beim Therapeuten“ trafen Reinhild Kaufmann als Therapeut und Yvonne Pfeiffer als Patient, der sich statt mit Worten nur noch mit „Emojis“, die immer öfter genutzt werden, um längere Begriffe in SMS und Chats zu ersetzen, herrlich witzig den Nerv der Zeit. So gar nicht auf einen Nenner, aber dafür umso lustiger, standen Fahrschullehrer (Sandra Schäfer) und seine schlagfertige Fahrschülerin (Stefanie Kaufmann) im Sketch „Fahrschule“ auf der Bühne.

Timo Biecker, allseits beliebter Sitzungspräsident des EKC, schaute kurz vorbei und hatte nicht nur extra seine „Autoreifensandalen“ angezogen, sondern auch einen Witz und einen EKC-Orden für Sitzungspräsidentin Stephanie Paul mitgebracht. Für tänzerische Glanzlichter sorgten die „7-Teens“, die „Sektbar-Engel“, „Langesteer Stigge Stegge“, das Burgholzer Tanzpärchen Judith und Theresa Kase, das Emsdorfer Tanzpaar Paulina Jüngst und Hannah Melzak, die Gruppe „Stardust“ mit Step Aerobic, das Frauenballett mit dem Tanz „Amerika“, die Gruppe „Flash light“ als Räuber und Polizisten und die große EKC-Garde.

"Die Schoppendales" brachten Saal zum Toben

Die „Disney-Träumer“ begeisterten mit dem Programmpunkt „Wenn ich ein Disney Movie wäre, dann wäre ich …“, bei dem es trotz schnellster Armbewegungen und Kniebeugen im Takt verblüffenderweise zu keinerlei Verletzungen kam.

Als Überraschungsgäste aus dem Nachbarkreis angereist, brachte das Männerballett „Die Schoppendales“ den Saal zum Toben. Diesen fetzigen Auftritt der Männergruppe toppten weit nach Mitternacht noch die „KFD-Hupfdohlen“ (Jutta Fischer, Petra Feußner, Elke Fritsch, Annette Krein, Liane Pfeiffer, Maria und Franziska Pfeiffer, Lea Fritsch, Julia Feußner). Als Nonnen verkleidet und scheinbar ganz brav, rockten sie schließlich die Bühne.

von Karin Waldhüter

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