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Wanderer widerstehen eisigem Wind

777 Jahre Bracht Wanderer widerstehen eisigem Wind

Es fror Stein und Bein, als gestern früh der Festausschuss 777 Jahre Bracht an der Mehrzweckhalle zusammenkam. Einziger Gesprächspunkt: Lässt sich bei diesen Bedingungen die Grenzwanderung verantworten?

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Hinter dem Galgengrund führt die Grenzwanderung in den Burgwald. 

Quelle: Nadine Weigel

Bracht. Schließlich befand das Gremium, dass die Auftaktveranstaltung zur 777-Jahr-Feier stattfinden kann und berief sich dabei auf den Passus in der Ausschreibung, dass die Teilnahme auf eigene Gefahr erfolgt.

Als der Zug der Wanderer zwei Stunden später den Galgengrund und damit auch den Windschatten des Burgwalds erreicht hatte, atmete Vorstandsmitglied Thorsten Thamke auf. Ein Restrisiko bestehe immer, stellte Thorsten Thamke fest, der am Zugende lief und darauf achtete, dass niemand verloren ging.

Manche Wanderer schlossen ihre schmerzenden Augen

Angenehm überrascht zeigte er sich angesichts der Teilnehmerzahl. Trotz der Kälte seien 120 Wanderer an der Mehrzweckhalle in Bracht gestartet. Weitere Wanderer stießen an den Treffpunkten mit den Nachbargemeinden Schwarzenborn, Schwabendorf, Albshausen, Langendorf und Rosenthal dazu.

Der härteste Abschnitt entlang der östlichen Gemarkungsgrenze wartete gleich zu Beginn auf die winterfest gekleideten Wanderer. Auf dem Weg nach Schwarzenborn, Schwabendorf, Bracht-Siedlung zum Galgengrund bewegten sie sich zum Großteil in einer ausgeräumten Kulturlandschaft, die bei leichtem Schneetreiben keinen Schutz vor dem eiskalten Nordost-Wind bot.

777 Jahre Bracht

Festwoche 22. - 27. August 2018

Termine 2018:
29.04., 27.05., 22.08. Grenzwanderung in vier Etappen
28.07. Schlepperkino
29.07. Erntetag im Brachter Feld

23.08. Fest der Brachter Siedlung
24.08. Bracht bei Nacht - Lichtshow
25.08. Familien- und Kindertag, Seifenkistenrennen, Aischzeit & Posaunenchor Bracht
26.08. Höfe- und Scheunenfestival
27.08. Musikalischer Festausklang mit den Löhlbacher Musikanten

In Böen war der Wind gefühlte Minus 15 Grad kalt, und der wehte den Wanderern entweder frontal ins Gesicht oder traf sie von der Seite. Manche unbebrillten Wanderer schlossen ihre schmerzenden Augen. Da war es ein Segen, dass niemand auf die Idee gekommen ist, Kinder mit auf die Tour zu nehmen.

Für innere Wärme sorgte die Brachter Burschenschaft

Gleichwohl hatte der Festausschuss Vorsorge getroffen. Die Rauschenberger DRK-Bereitschaft begleitete mit ihrem Quad stets einsatzbereit den Zug. Und im Galgengrund, wo sich die Gemarkungsgrenzen von Bracht, Schwabendorf, Albshausen und Langendorf treffen, stand ein Shuttlebus bereit, auch als Wärme-Taxi durchfrorene Wanderer zur nächsten Station zu fahren.

Für innere Wärme sorgte die Brachter Burschenschaft an der Verpflegungsstelle im Galgengrund. Heißer Apfelsaft und heißer Tee waren im wahrsten Wortsinn heiß begehrt. Andere griffen zum Schnaps und Hartgesottene verlangten nach Bier. Die angestrebte Pils-Temperatur von 7 Grad wurde auch ohne Kühlaggregat deutlich unterschritten.

Einige Sonnenstrahlen begleiteten die Grenzgänger durch den Burgwald, wo niemand mehr zittern musste. Lediglich am Rastplatz auf der Merzhäuser Wiese zog es wie Hechtsuppe.

Anlässlich von 777 Jahre Bracht trotzten die Grenzgänger der Kälte.

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Gleichwohl kamen alle Grenzwanderer nach 16,5 Kilometern wohlbehalten wieder in Bracht an, wo sie zum Ausklang vom Team des Dorfplatz-Cafés mit Kaffee und Kuchen versorgt wurden. Die drei weiteren Grenzwanderungen folgen an den Sonntagen 29. April, 27. Mai und 22. August jeweils ab 8 Uhr.

So ganz (boden-)frostfrei werden diese Wanderungen wohl nicht sein, denn im Kältespeicher Burgwald gibt es nur gut 20 frostfreie Tage pro Jahr.

von Matthias Mayer

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