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„Wahnsinniges Talent“ tritt beim „Kiddy Contest“ an

Gesangswettbewerb „Wahnsinniges Talent“ tritt beim „Kiddy Contest“ an

Seit Alicja Wojcik den Gesangswettbewerb „Top of the Cops“ auf dem Hessentag gewonnen hat, wissen die Stadtallendorfer, dass ein echtes Nachwuchstalent in ihrer Stadt wohnt.

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13 Jahre alt und keine Scheu vor der Kamera: Alicja Wojcik gibt eine Kostprobe ihres Könnens für das OP-Video.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Bald schon wird die 13 Jahre alte Alicja Wojcik nicht nur den Menschen in ihrer Heimat und den Besuchern des Hessentages bekannt sein: Am Samstag, 30. Oktober, tritt sie in Wien im Finale des „Kiddy Contest“ auf. Ab 16 Uhr überträgt das ORF die Castingshow für 8- bis 13-Jährige, deren Zuschauer am Ende per Telefonwahl die Entscheidung über Sieg oder Niederlage treffen. Die junge Stadtallendorferin hat zwar eine tolle Stimme, macht sich aber keine Hoffnung, den Wettbewerb der zehn Nachwuchssänger zu gewinnen. „Kaum jemand in Deutschland kann ORF überhaupt schauen. Und die anderen Teilnehmer haben natürlich zahlreiche Fans in ihrer Heimat Österreich“, erklärt sie – allerdings ohne Bedauern, denn Alicja ist stolz, überhaupt aus 2.000 Teilnehmern ausgewählt worden zu sein. Vor allem jedoch freut sie sich, mit den anderen Talenten im Nachgang der Sendung auf Mini-Tour durch Österreich zu gehen und mit „Ohne Dich“, ihrer Version von Merzad Mara‑shis „Don‘t Believe“, Teil einer CD zu sein, auf deren Cover sie auch abgebildet ist.

 

Auf ihre musikalische Ader machten Alicja einst ihre Großmutter Dorothea und Onkel Janosch Wojcik aufmerksam. „Ihre musikalische Ader kommt aus meiner Familie“, freut sich Vater Andreas, der selber Gitarre spielt, während Mutter Anna abwinkt und schüchtern zugibt, keinen Bezug zur Musik zu haben. Und auch Schwester Daria (16) hat andere Hobbies, zum Beispiel das Zeichnen: „Alicjas Gesang gefällt mir sehr gut. Aber wenn ich ihn jeden Tag höre, platzen mir die Nerven. Das ständige Üben nervt ein bisschen, vor allem das Aufwärmen ihrer Stimme.“

Insgesamt ist sie aber mächtig stolz auf ihre kleine Schwester, die seit zwei Jahren die Musikschule René Misar in Stadtallendorf besucht und in Gesang und Stimmbildung ausgebildet wird. „Alicja ist ein wahnsinniges Talent. So etwas habe ich mit zwölf Jahren noch nie erlebt“, betont Misar und erinnert sich an die ersten Stunden: „Eigentlich übt man zunächst Töne und Rhythmen – aber sie konnte das sofort. Wir haben da angefangen, wo andere erst nach zwei Jahren sind.“ Als Besonderheit bezeichnet Misar „die eigene Färbung ihrer Stimme“, die besonders bei Balladen zur Geltung komme.

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Tanja Pietsch hat er eine Choreographie für seinen Schützling vorbereitet – und natürlich werden sie die 13-Jährige nach Österreich begleiten. Eine Castingshow für Kinder gebe es in Deutschland eigentlich nicht, erklärt die Nachwuchssängerin ihre bevorstehende Reise. Sie sei zwar schon bei „Das Supertalent“ angetreten, „aber da geht es nur um Show, echtes Talent zählt scheinbar nicht“, kommentiert sie.

Einmal die Woche hat die Schülerin der G7b der Georg-Büchner-Schule Gesangsunterricht – am liebsten hätte sie aber noch mehr: „Ich würde gerne jeden Tag singen. Vor Leuten aufzutreten macht mir einfach Spaß“, erklärt sie. Die Eltern unterstützen sie zwar bei ihrem Hobby, üben aber keinerlei Druck aus: „Mein Vater fragte mich einst nach dem Hinweis von seiner Mutter auf mein Talent, ob ich singen möchte. Meine Eltern lassen mich einfach machen“, erklärt sie. „Sie singt, wenn sie will. Wir zwingen sie zu nichts“, betont Andreas Wojcik.

Im Nachgang von „Top of the Cops“ durfte Alicja beim Radiosender FFH eine CD mit drei Liedern aufnehmen. Die nächste Disc kommt nach der Ausstrahlung des „Kiddy Contest“ auf den Markt. Die Sendung ist im deutschen Fernsehen erstmals am 8. November um 17.45 Uhr auf Nickelodeon zu sehen – und wer weiß, vielleicht schneidet Alicja trotz allen Pessimismus‘ ja doch besser als erwartet ab: Im Internetportal „Wer-kennt-Wen“ hat sie bereits eine Fangruppe mit mehr als 160 Mitgliedern.

von Florian Lerchbacher

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