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Ostkreis Vorsitzende nimmt Politiker ins Visier
Landkreis Ostkreis Vorsitzende nimmt Politiker ins Visier
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18:34 17.03.2015
Michael Richter-Plettenberg (rechts) und Wahlleiterin Christina Diehl (von links) präsentieren den neuen Seniorenbeirat: Hildegard Kräling, Walter Wachtel, Brigitte Krauskopf, Karl-Heinz Kraus und Brunhilde Gontrum.Foto: Florian Lerchbacher
Amöneburg

„Senioren sind in der Stadtverordnetenversammlung kein Thema. Es geht immer nur um Kanäle, Straßen und Baugebiete - also die Kernthemen von vor 100 Jahren“, ärgerte sich Hildegard Kräling, nahm Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg von ihrer Kritik aus und betonte: „Die Politik muss sich so ändern, dass Senioren in den Fokus gerückt werden.“

Kurios: Die Mardorferin sitzt selber für die SPD in der Stadtverordnetenversammlung - sprach ihre mahnenden Worte allerdings als frisch gewähltes und dabei mit den meisten Stimmen bedachtes Mitglied des Amöneburger Seniorenbeirates. 158 Menschen über 60 Jahre hatten ihr Kreuzchen bei Kräling gemacht. Brigitte Krauskopf (Amöneburg) erhielt 127 Stimmen, Walter Wachtel 78, Brunhilde Gontrum 75 und Karl-Heinz Kraus 48 (alle Roßdorf). In der Großgemeinde gibt es 1270 Wahlberechtigte - die Wahlbeteiligung lag also bei rund 38 Prozent. Ein Ergebnis, mit dem sowohl der Bürgermeister, auf dessen Initiative vor fünf Jahren der Seniorenbeirat Amöneburg eingeführt wurde, als auch die Mitglieder zufrieden waren. „Bei mancher Bürgermeister-Wahl war die Beteiligung schlechter. Wie wichtig das Gremium ist, scheint bei den Menschen, die durch den Beirat vertreten sind, angekommen zu sein.“

„Ich werde nicht mit erhobenem Haupt durch die Stadt gehen. Ich will, dass die Bürger uns als Team sehen, das Probleme gemeinsam angeht und an einem Strang zieht“, sagte Kräling dazu, die meisten Stimmen erhalten zu haben. Die sie allerdings verdient habe, da sie der Motor des Beirates sei, wie Richter-Plettenberg kommentierte. „Ich fühle mich mit den wenigsten Stimmen auch nicht als Verlierer, sondern als Gewinner“, warf Kraus ein, während alle Mitglieder sich einig waren, dass es auch kein Stadtteildenken gebe - entsprechend müssten sich auch Erfurtshausen und Rüdigheim keine Sorgen machen, zu kurz zu kommen. Aus diesen Ortsteilen hatte sich kein Bürger zur Wahl gestellt.

„Wir müssen Bindeglied zwischen Politikern und Senioren sein, denn Senioren haben oft nicht die Kraft, ihre Anliegen einzufordern“, betonte Kräling. Gerade im ländlichen Raum gebe es Probleme, zum Beispiel fehlende Mobilität, die sich besonders beim Aufsuchen von Ärzten, die immer weniger würden, bemerkbar mache.

Kritische Worte seien so kurz nach einer Wahl durchaus angebracht, erklärte Richter-Plettenberg und widmete sich einem seiner derzeitigen „Lieblingsthemen“, die er immer wieder mit den heimischen Kommunalpolitikern diskutieren muss: „Wer etwas tun will, muss die Kommune leistungsfähig halten.“ Entsprechend sei es auch notwendig, die Bürger finanziell stärker zu belasten und die Steuern zu erhöhen -ein Ansinnen, bei dem ihm die Stadtverordneten bei den vergangenen Haushaltsberatungen einen Strich durch die Rechnung machten.

Auf der Agenda des Seniorenbeirates für die nahe Zukunft finden sich gleich mehrere Projekte wieder. Ein Ziel ist es, in Einkaufsmärkten Sitzgelegenheiten zum Ausruhen zu installieren. Zudem soll in Amöneburg ein Bewegungsparcours entstehen - dafür stehen bereits Mittel im Haushalt. Etwas weiter entfernt ist noch ein Mittagstisch für die Kernstadt, den der Seniorenbeirat gerne in Kooperation mit der Stiftsschule nach dem Umbau in der neuen Mensa einrichten möchte. Erste Gespräche seien bereits gelaufen, erklärt Kräling. Bereits in der kommenden Woche findet in Kooperation mit dem DRK Schweinsberg ein Kurs (Donnerstag, 26. März, 19 Uhr, Mehrzweckhalle) statt, dessen Teilnehmer im Umgang mit einem Defibrillator geschult werden - ein entsprechendes Gerät gibt es auf Initiative der Senioren in der VR Bank Roßdorf.

von Florian Lerchbacher

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