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Vorher gibt es Suppe für die Hunde

Hundeschlittenrennen Vorher gibt es Suppe für die Hunde

Friedhelm Splitter ist Hundegespannführer aus Leidenschaft. Der Stadtallendorfer will an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Die OP begleitete ihn bei einem Qualifikationsrennen in Winterberg.

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Die Huskys Gringo und Vermont ziehen Friedhelm Splitter auf seinem Schlitten über die Kuhlenberg-Loipe in Winterberg. Der 55-Jährige Stadtallendorfer will an der Weltmeisterschaft teilnehmen.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Eine Stunde vor dem Rennen werden die Hunde „gewässert“: Lauwarmes Wasser mit ein paar Fleischstückchen steht auf der Speisekarte. Friedhelm Splitter bedient sich dieses Tricks, damit seine Hunde vor dem Rennen genug Flüssigkeit zu sich nehmen. „Sonst würden sie es nicht trinken, noch haben sie nämlich keinen Durst“, sagt er. Splitter ist ein Musher, wie die Piloten von Hundeschlitten genannt werden. Der Stadtallendorfer will an der Hundeschlitten-Weltmeisterschaft teilnehmen. Um sich dafür zu qualifizieren, nimmt er seit mehreren Wochen an verschiedenen Hundeschlittenrennen in ganz Deutschland teil.

Gringo, Vermont, Valesco und Cheyenne fangen an zu jaulen, als Friedhelm Splitter in seiner Rennmontur aus dem Wohnwagen kommt. „Die Hunde wissen, das es jetzt gleich los geht“, sagt er etwas nervös. Bei den Huskys steigt die Vorfreude, beim Musher wächst die Anspannung. Die Konkurrenz ist groß: Mehr als 100 Musher aus ganz Europa gehen ebenfalls an den Start. War das Training ausreichend? Auf Gringo und Vermont, seinen beiden Zughunden, ruht eine schwere Last. Zu schwer ist Friedhelm Splitter seinen beiden Hunden jedoch nicht. Ein gut trainierter Husky ist in der Lage, das Neunfache seines eigenen Körpergewichts zu ziehen. Gringo und Vermont wiegen jeweils etwa 25 Kilogramm. Zusammen kommen die beiden Schlittenhunde somit auf eine Gesamtzugkraft von fast einer halben Tonne. Ihr 68 Kilogramm schweres Herrchen auf seinem leichten Sporthundeschlitten fällt dabei kaum ins Gewicht.

„Gooo“. Auf Splitters Kommando preschen seine Schlittenhunde los. Schnee wirbelt auf. Mit bis zu 30 Stundenkilometern rast der Hundeschlitten über die Kuhlenberg-Loipe. Die zahlreichen Zuschauer am Streckenrand nimmt Splitter nun kaum noch wahr: „Wenn ich fahre, achte ich nur auf die Hunde und die Strecke vor mir“. Der Alltag liegt nun hinter ihm, wie seine Spuren im Schnee, bis die erste Steigung auftaucht. „Go-Go-Go“. Gringo und Vermont ziehen das Tempo an. Splitter läuft mit. Seine Stimme ertönt erneut zwischen den schneebedeckten Fichten: „Tschii“. An dem langen Klang erkennen die Hunde sofort: es geht nach rechts. Für links nutzt der Musher ein kurzes „How“. Splitter lenkt seine Hunde alleine mit seiner Stimme. Einen Lenker gibt es an einem Hundeschlitten nicht. Wohl aber eine Stange zum Festhalten. Einmal ist Splitter vom Schlitten gefallen. Zwölf Kilometer musste er seinen Hunden hinterherlaufen. „Wenn die Mal drin sind, hören die nicht so schnell wieder auf“, weiß er. Sechs Kilometer liegen hinter ihm, die letzten Meter vor ihm. „Go-Go-Go“. Gringo und Vermont gehen in den Endspurt: 15 Minuten, 6. Platz. Splitters WM-Teilnahme entscheidet sich an diesem Wochenende.

von Tobias Hirsch

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