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Vor der Brachter Schule wird gerast

Geschwindigkeitsmessung Vor der Brachter Schule wird gerast

Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen in Rauschenberg liegen vor. Und sie decken sich nur bedingt mit den Wahrnehmungen der Anwohner.

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In unscheinbaren Kunststoff-Koffern verbirgt sich die Messtechnik, mit der Jenoptik – hier in der Rauschenberger Bahnhofstraße – die Zahl der Geschwindigkeitsübertretungen ermittelte.
Foto: Matthias Maye

Rauschenberg. Die Stadt erwägt, an einigen neuralgischen Punkten stationäre Geschwindigkeitsmessgeräte aufzustellen, wie diese Zeitung berichtete. Das soll nach dem „Modell Bundesstraße 252“ geschehen. Dort haben die Anlieger-Kommunen durch die Firma Jenoptik inzwischen 14 Blitzer-Säulen errichten lassen. Das Unternehmen stellt den Kommunen die Säulen kostenfrei zur Verfügung, verdient aber an jedem ertappten Temposünder mit. Die Gemeinden haben lediglich die Stromanschluss-Kosten aufzubringen.

In Bracht, in Ernsthausen und in der Kernstadt hat Jenoptik jeweils an den Ortseingängen probeweise die Geschwindigkeiten gemessen. Die Ergebnisse sind überraschend, wie Bürgermeister Manfred Barth (parteilos) im Gespräch mit der OP mitteilte.

Das erschreckendste Resultat für den Bürgermeister zeigte sich in Bracht auf der Schönstädter Straße vor der Grundschule. Dort waren 30,72 Prozent der in Richtung Schönstadt aus dem Ort herausfahrenden Fahrzeuge zu schnell unterwegs. Ortseinwärts waren dies immerhin 14,4 Prozent. Weitaus weniger dramatisch als von Anwohnern beklagt, zeigte sich die Tempo-Situation am anderen Ortsausgang in der Rosenthaler Straße. Auf der Gefällstrecke ortseinwärts waren nur 1,26 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell, in der Gegenrichtung waren es 6,55 Prozent.

Auch in der Kernstadt hatten es die Autofahrer in der Bahnhofstraße eiliger, aus der Stadt herauszukommen, als hinein. Stadtauswärts fuhr jeder zehnte Verkehrsteilnehmer zu schnell; in der Gegenrichtung registrierten die Messgeräte nur 3,58 Prozent Geschwindigkeitsübertretungen. Mit 1765 Autos am Tag gab‘s hier auch die höchste Verkehrsdichte.

Mit 23 Autos pro Stunde war am oberen Stadteingang in der Albshäusertorstraße wegen der Straßensperrung in Schwabendorf nur wenig los. Umso größer fiel hier der Anteil der Raser aus. Auf der steilen Gefällstrecke in die Stadt hinein waren 31.93 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu flott unterwegs.

Disziplinierter als von den Bürger erwartet ging es an den Messtagen auch auf der Wolferoder Straße in Ernsthausen zu. Am Ortseingang lag der Anteil der Geschwindigkeitsübertretungen bei 8,15 Prozent.

Handlungsbedarf sieht Manfred Barth zuerst vor der Grundschule in Schönstadt. „Das ist ein sicherheitsrelevanter Bereich, weil dort Grundschüler und Kindergartenkinder die Straße überqueren“, gab der Bürgermeister eine Richtung vor. Das weitere Vorgehen solle mit der Stadt Kirchhain als Rauschenberger Kooperationspartner und mit Jenoptik abgesprochen werden.

Der Stadt gehe es nicht ums Abkassieren, stellte der Bürgermeister noch einmal klar. Deshalb werde die Stadt an der B 3 keine Blitzer aufbauen lassen.

An der B 3 gibt es im Rauschenberger Stadtgebiet Tempo-80-Zonen bei Josbach, bei Albshausen und an der Schönen Aussicht. Dort gibt es keine stationären Geschwindigkeitsmessgeräte.

von Matthias Mayer

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