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Von der Unlust der Angeklagten

aus dem Gericht Von der Unlust der Angeklagten

Das gibt es am Kirchhainer Amtsgericht nicht alle Tage: Zu den ersten vier Prozessen eines Verhandlungstages erschien nur ein Angeklagter. Für einen der mutmaßlichen Straftäter hat das schwerwiegende Konsequenzen.

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Einen Volvo leistete sich ein untergetauchter Angeklagter vom veruntreuten Geld seiner Schwiegermutter.

Quelle: Matthias Mayer

Stadtallendorf. Die Justiz zeigte ihre Waffen. Noch im Gerichtssaal beantragte die Staatsanwältin Haftbefehl gegen den unlustigen und siebenfach vorbestraften Angeklagten. Den erließ Richter Joachim Filmer umgehend, so dass der wegen Betrugs, Veruntreuung und Urkundenfälschung angeklagte Mann  nun auf allen Fahndungslisten steht und jederzeit mit seiner Verhaftung rechnen muss. Wird er gefasst, droht ihm für mehrere Wochen bis zu seinem nächsten Verhandlungstermin Untersuchungshaft.

Der Prozess-Schwänzer bestätigte einmal mehr das in Kirchhain geltende Filmersche Gesetz, wonach Betrüger nie zum ersten Verhandlungstermin erscheinen. Tun sie es doch, sind sie in der Regel freizusprechen. Das wiederum ist nach der eindeutigen Aktenlage im vorliegenden Fall nicht zu erwarten. Kern der Anklageschrift: Der Stadtallendorfer hatte eine seiner Schwiegermutter zustehende Versicherungsleistung an sich gebracht und mit dem Geld  für sich eine Volvo-Limousine gekauft.

Das Warten auf den Angeklagten zauberte einen Hauch von Krimi-Atmosphäre in den Verhandlungsraum. Das unter Vorsitz von Joachim Filmer tagende Gericht bat zunächst die Polizeistation Stadtallendorf telefonisch darum, den Angeklagte in seiner Wohnung abzuholen und vorzuführen. Die Beamten ließen wissen, dass die Mutter des Gesuchten diesen als vermisst gemeldet hatte, fuhren aber dennoch raus. Vergeblich. Die Mutter beschied den Polizisten, dass sie ihrem Sohn vor einigen Tagen 1.600 Euro zur Bezahlung einer Strafe gegeben habe. Mit dem Geld sei ihr Sohn spurlos verschwunden.

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