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Ostkreis Von Tropffotografie bis Pizzakollektion
Landkreis Ostkreis Von Tropffotografie bis Pizzakollektion
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17:23 24.01.2018
Michael Feldpausch ist Vorsitzender des Kulturkreises und Organisator des Marktes. Er selbst malt Acrylbilder, auch auf Regenschirmen. Fotos: Stefanie Wellner
Stadtallendorf

Beim mittlerweile schon traditionellen Kunstmarkt in der Stadthalle Stadtallendorf waren wieder zahlreiche bekannte Aussteller, aber auch neue Gesichter dabei. So konnten auch regelmäßige Besucher des alljährlich stattfindenden Marktes wieder Neues entdecken.

Dies ist für den Vorsitzenden des Kulturkreises und Organisator des Marktes, Michael Feldpausch, besonders wichtig: „Ich versuche, die Sache immer etwas aufzumischen.“ Außerdem ist es ihm ein Anliegen, eine Plattform für Aussteller aus anderen Kulturen zu bieten und eine gesunde Mischung aus Bildern und Handwerk von traditionell bis modern zusammenzustellen. Der Kunstmarkt soll auch ein Sprungbrett für junge Künstler sein, die dort ­ihre Schöpfungen präsentieren können.

Mit bunten Flüssigkeiten entstehen Tropfbilder

Neu dabei in diesem Jahr waren zum Beispiel Danilo Mullanu aus Sardinien mit seinen Holz- und Glasarbeiten, Günther Groß mit seinen Acrylbildern, Gabriele Schöndorf mit ihren Speckstein-Skulpturen, Antje Hirche mit ihren Treibholzbildern und das Upcycling-Projekt von Monika Opara-Huhn, die Blechdosen zu einem zweiten Leben als Blumenübertöpfe verhilft. Angelika Hinkelmann reiste mit ihren Bildern sogar aus Westfalen an.

Auch Armin Dickel aus Holzburg im Schwalm-Eder-Kreis war das erste Mal mit seinen Tropffotografien auf dem Stadtallendorfer Kunstmarkt dabei. Mit einer Tropfvorrichtung lässt er einen Tropfen Wasser auf eine Schale mit Wasser oder eine Plexiglasplatte mit Pulver fallen und fotografiert das Muster, das beim Hochspritzen der Flüssigkeit entsteht.

„Jegliche Flüssigkeiten von eingefärbtem Wasser über Milch oder Ramazotti bis Wein sind dafür geeignet“, erklärt er die Farbenpracht seiner Fotos. Aber auch Farbfolie vor dem Blitz kommen zur Anwendung. Drei Jahre hat Dickel experimentiert, bis der Ablauf so eingestellt war, dass er seine Kunstwerke für vorzeigbar hielt.

Acrylbilder in der Größe von Pizzakartons

Michael Feldpausch hat in diesem Jahr auch etwas Neues in seinem Sortiment: Regenschirme, auf die er mit Acrylfarbe ein abstraktes Muster zaubert. „Ich muss meine Kunst nicht immer nur auf Leinwand bringen“, erläutert er seine ungewöhnliche Materialwahl. Zudem hat er seine „Pizzakollektion“ erweitert. „Das sind kleinere Bilder für einen relativ kleinen Preis“, erklärt er. Diese könne man nach und nach erwerben, wie es der Geldbeutel zulässt, und die Serie langsam wachsen lassen. Mit den Acrylbildern, die in einen Pizzakarton passen, möchte Feldpausch dem jungen Publikum einen Zugang zu Kunst ermöglichen.

Neben Bildern und Holzarbeiten waren aber auch zahlreiche weitere kreative Produkte im Angebot. Renate Heinzig aus Schönstadt beispielsweise präsentierte ihren handgefertigten Schmuck. Jeder Anhänger aus Alu- oder Edelstahldraht ist ein Unikat, das durch das Wickeln des Drahtes über eine Form entsteht.

Auf hübsche Verpackungen für Geldgeschenke hat sich die Stadtallendorferin Doris Klose spezialisiert. Je nach Jahreszeit kann der Geldschein dann am Hals eines Elches oder in der Mausefalle befestigt werden.

Martha Lehr bot unter anderem Blumenübertöpfe, Kerzenständer und Brillenhalter aus Beton an. Bei der Verzierung lässt sie ihrer Kreativität freien Lauf. Die dekorativen Muster auf den Übertöpfen entstehen zum Beispiel durch die Noppen von Luftpolsterfolie. Joghurtbecher dienen als Formen für Kerzenständer oder sie fertigt selbst Formen aus Silikon, indem sie den Abdruck einer Kerze oder eines anderen Gegenstandes nimmt.

Live-Musik und zentraler Platz zum Essen und Trinken

Die Stadtallendorferin Soghra Raji stellte ihre kunstvollen Laubbilder aus, die sie in stundenlanger Arbeit ohne Schere zusammenfügt. Auf einen Kreativitätsschub ist die gebürtige Iranerin immer gut vorbereitet: Sie hat schubladenweise gepresste Blätter auf Vorrat. „Egal wo ich bin, wenn ich ein schönes Blatt sehe, dann nehme ich es mit“, erzählt sie.

Live-Musik und ein zentraler Platz zum Essen, Trinken und für Gespräche über die Kunst rundeten die gemütliche Atmosphäre des Stadtallendorfer Kunstmarktes ab. „Von den Ausstellern wird die Großzügigkeit der Räumlichkeit gelobt“, berichtet Organisator Feldpausch.

von Stefanie Wellner