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Vom Elend eines Junkies

Drogensucht Vom Elend eines Junkies

Nicht zuletzt weil er seit einigen Wochen eine unbefristete Arbeitsstelle hat, kam ein „alter Kunde“ des Kirchhainer Amtsgericht wegen Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes mit einer Bewährungsstrafe davon.

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Das Polizeifoto zeigt sichergestellte Drogen. Um seine Drogensucht zu finanzieren, wurde ein Angeklagter wiederholt straffällig.

Quelle: dpa/ Polizei

Kirchhain. Mit der Beweisaufnahme mussten sich Richter Joachim Filmer und die Staatsanwältin nicht lange aufhalten. Die Beweislage war erdrückend und der hafterfahrene Angeklagte zeigte sich geständig.

Der 36-Jährige hatte am 30. November 2010 mit Hilfe zweier gefälschter Privat-Rezepte in einer Stadtallendorfer Apotheke zweimal Betäubungsmittel gekauft. Ein dritter Versuch in einer anderen Stadtallendorfer Apotheke am gleichen Tag scheiterte, weil die Apothekerin das Rezept als Fälschung erkannte.

Der Drogenabhängige gab an, die Blanko-Rezepte bei einem Arztbesuch entwendet zu haben. Jochim Filmers Blick auf die strafrechtliche Vergangenheit des seit seinem 15. Lebensjahr Drogen konsumierenden Angeklagten offenbarte das ganze Elend eines Junkies.

Seit 1998 beging der Mann zur Finanzierung seiner Sucht immer wieder Diebstähle und schwere Diebstähle. Er wurde mehrfach zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt und saß auch einige Bewährungsstrafen ab, weil er die mit der Bewährung verbundene Geldauflage nicht bezahlen konnte.

Zuletzt rückte der Angeklagte im März für vier Wochen ins Gefängnis ein, weil er beim Schwarzfahren erwischt worden war. Die folgende Geldstrafe hatte er nicht bezahlen können. „Die Beschaffungskriminalität zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Wie soll es jetzt mit ihnen weitergehen?“ fragte der Richter den Angeklagten.

von Matthias Mayer

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