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Ostkreis Vögel könnten Windrädern in die Quere kommen
Landkreis Ostkreis Vögel könnten Windrädern in die Quere kommen
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06:16 24.03.2012
Windenergie, die geplante Erweiterung des Autohauses Denzel und die Bereitschaft von Karl-Ludwig Bubenheim, Ämter zu übernehmen, prägten die Gemeindevertreterversammlung. Quelle: Mayer, Lerchbacher
Wohratal

55 Standorte für Windenergie gibt es in Wohratal laut Potenzialanalyse "Mittelhessen ist voller Energie" des Regierungspräsidiums. Die Karten stellen allerdings nur das "technische Potenzial" dar - nicht berücksichtigt sind dabei jedoch Ausschlusskritierien wie Ausweisungen als FFH-Gebiete.

Auf der Basis der Karte will die Gemeinde gemeinsam mit den Stadtwerken Marburg für Windräder geeignete Standorte finden. Das Unternehmen hat laut Bürgermeister Peter Hartmann bereits Interesse bekundet an Flächen im Mönchs-/Burgwald beziehungsweise an dessen östlichem Rand. Die Verwaltung bewertet den Teilbereich in Höhe von Wohra aufgrund seiner Nähe zum Ort und der schräg gegenüberliegenden Bebauung (Am Hasenleister) jedoch kritisch. "Dies könnte auch für einen Teil der Flächen gelten, die sich westlich von Halsdorf befinden", betonte Hartmann. Sinnvoll wäre es seiner Meinung nach, Bilder zu erstellen, auf denen die Windräder eingezeichnet sind: "So kann man sich die Situation besser vorstellen."

Die Obere Naturschutzbehörde wies bereits darauf hin, dass alle Flächen im Europäischen Vogelschutzgebiet Burgwald liegen. Eine Bebauung mit Windrädern sei zwar grundsätzlich zulässig, jedoch mit hohen Hürden verbunden. Aus diesem Grund steht nächste Woche ein Gespräch mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz an.

Später will die Gemeinde eine Bürgerversammlung einberufen, um die Akzeptanz der zur Diskussion stehenden Flächen abzufragen. Ziel ist es, dass die Wertschöpfung in der Bürgerschaft ankommt. Daher planen die Wohrataler ein Betreibermodell als Genossenschaft mit Beteiligung von Bürgern, heimischen Investoren und Kreditinstituten.

Externe Planungsbüros will die Verwaltung nicht einbinden. Diese hätten sich in anderen Kommunen oftmals geeignete Flächen durch Vorverträge mit privaten Grundstückseigentümern gesichert.

Zweites prägendes Thema war die Aufstellung eines vorhabenenbezogenen Bebauungslpanes für das Flurstück 36 in der Straße "Am Würfelweg". Das Autohaus Denzel will das Gelände kaufen, das alte Wohnhaus abreißen und Park- und Abstellflächen einrichten. Es trägt auch die Kosten für die Bauleitplanung. Die Gemeindevertreter stimmten dem Anliegen zu.

Ebenfalls einstimmig fiel ihr Votum für eine von der SPD-Fraktion eingebrachte Resolution gegen den geplanten Stellenabbau am Uniklinikum Gießen-Marburg aus.

Zudem legten die Mitglieder der Gemeindevertretung fest, dass die Frist für das Einreichen für Anträge für die Sitzung der Gemeindevertreterversammlung künftig statt 13 Tagen nur noch 6 Tage beträgt

Des Weiteren stand Vorsitzender Karl-Ludwig Bubenheim im Mittelpunkt des Geschehens: Zunächst nahm er nachträgliche Glückwünsche zu seinem 60. Geburtstag entgegen, dann ließ er sich wieder zum Ortsgerichtsschöffen wählen. Später nahm er noch die Wahl zum Vertreter der Gemeinde für die Verbandsversammlung des Müllabfuhrzweckverbandes an. Bisher hatte er die Position als Stellvertreter von Peter Hartmann in dem Verband inne. Dieser gehört nach einer Satzungsänderung nun aber dem Vorstand des Verbandes an. Bubenheim rückt nach der Wahl auf. Als Stellvertreter steht ihm Harald Homberger zur Seite.

von Florian Lerchbacher