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Verwaltung hat „spitz“ gerechnet

Feuerwehrgerätehäuser Verwaltung hat „spitz“ gerechnet

Zwei Feuerwehren stehen vor demselben Problem: Ihre Gerätehäuser genügen den Anforderungen schon längere Zeit nicht mehr. Außerdem sind sie zu klein für moderne Fahrzeuge.

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Das Feuerwehrgerätehaus Hatzbach (linkes Bild) muss als erstes ersetzt werden. Ein Neubau könnte auf dem jetzigen Gelände entstehen. Ähnlich großer Handlungsbedarf besteht auch in Erksdorf. Fotos: Michael Rinde

Stadtallendorf. An Neubauten für die Feuerwehrgerätehäuser in Hatzbach und Erksdorf geht kein Weg vorbei. Beide Feuerwehren benötigen in den nächsten Jahren neue Fahrzeuge, beide Gerätehäuser entsprechen den gesetzlichen Vorgaben nicht und beide Häuser haben erheblichen Sanierungsbedarf.

Vor diesem Hintergrund entstand noch unter dem vorherigen Bürgermeister Manfred Vollmer die Idee zum Bau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für beide Wehren an der Ortsrandlage von Hatzbach. Ein Grundstück war bereits gefunden.

Doch Erksdorfs Feuerwehr und der Ortsbeirat stemmten sich nach informellen Gesprächen im vergangenen Oktober gegen eine Gemeinschaftslösung. (diese Zeitung berichtete). Es gab massive Bedenken wegen Ausrückezeiten und einem möglichen Ende der Vereinsarbeit.

Seitdem war es still um dieses Thema geworden, doch Handlungsbedarf besteht weiterhin. Inzwischen hat die Verwaltung noch einmal mit spitzem Stift gerechnet. Das Ergebnis: Ein gemeinsames Gerätehaus am ausgeguckten Standort kostet die Stadt rund 850000 Euro. Wenn zwei neue Gebäude entstehen, müsste die Stadt voraussichtlich 910000 Euro investieren. Diese Zahlen stellte Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) gemeinsam mit der Verwaltung den Wehrführungen und Ortsbeiräten vor. „Wenn es gelingt, die Preisdifferenz zwischen beiden Varianten einzusparen, dann wäre auch der Bau zweier Feuerwehrhäuser möglich“, fasste es Somogyi im Gespräch mit dieser Zeitung zusammen. Bei den Folgekosten habe die Verwaltung keine großen Differenzen zwischen den Varianten errechnet.

Bürgermeister pochtauf Einsparungen

Während der laufenden Ferien sollen Feuerwehren und Ortsbeiräte darüber beraten, wie sich die Differenz von 50000 bis 70000 Euro einsparen ließe. Bis September braucht die Stadt Rückmeldungen. Wenn möglich soll im Haushalt 2013 schon Geld für das Feuerwehrgerätehaus Hatzbach stehen. Denn das hat zunächst Priorität. Im Jahr 2014 muss ein neues Fahrzeug für die Hatzbacher Wehr gekauft werden, allein deshalb muss schnell entschieden werden.

„Das Gebäude hat keine vernünftige Isolierung, es gibt große Schwierigkeiten mit der Feuchtigkeit“, fasst der Hatzbacher Wehrführer Torben Knoch die Situation zusammen. Bei beiden Altgebäuden gibt es auch keine separaten Umkleiden.

Eine Möglichkeit für Einsparungen bestünde in Eigenleistungen der Feuerwehren, sagt Somogyi. Außerdem regt er an, dass sich beide Feuerwehren über die Größe der nötigen neuen Fahrzeuge Gedanken machen sollten. Je nach Größe des Fahrzeuges gäbe es erhebliche Preisunterschiede. Doch welchen Fahrzeugbedarf Hatzbach und Erksdorf haben, entscheiden am Ende Richtlinien und die Vorgaben aus dem Bedarfs- und Entwicklungsplan.

In Hatzbach könnte der Neubau am gleichen Standort entstehen wie das jetzige Gerätehaus. Bei der Erksdorfer Wehr müsste zuerst ein Grundstück für den Neubau gefunden werden, das sich eignet.

„Für mich haben bei diesem Thema die Einhaltung der Hilfsfristen Priorität und natürlich die Finanzen“, sagt Somogyi. Je nach Grundstückslage könnte der Neubau auch an das bestehende Nahwärmenetz angeschlossen werden. Gleich nach dem Hatzbacher Neubau müsste es in Erksdorf weitergehen. Denn dort muss das neue Fahrzeuge im Jahr 2015 gekauft werden.

Doch zunächst ist das Votum von Wehren und Ortsbeiräten gefragt. „Wir sind natürlich offen für Eigenleistungen wo sie möglich und erlaubt sind“, erklärt Erksdorfs stellvertretender Wehrführer Heiko Rauch.

Erksdorfs Ortsvorsteher Helmut Schütz machte deutlich, dass der Ortsbeirat bei seinem bisherigen Votum gegen einen gemeinsamen Stützpunkt mit Hatzbach bleiben wird. „Wenn es aber so kommt, wie es sich jetzt abzeichnet, dann sind wir natürlich zufrieden“, merkte Schütz an.

von Michael Rinde

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