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Verteidigerin stellt Befangenheitsanträge

Stadtallendorf Verteidigerin stellt Befangenheitsanträge

Stillstand im Prozess gegen einen 26-jährigen Studenten aus Stadtallendorf, der eine 31-jährige Prostituierte aus Lettland misshandelt und entführt sowie eine Studentin aus Marburg schwer beleidigt und an den Haaren zu Boden gerissen haben soll.

Stadtallendorf. Über Monate musste eine lettische Ex-Prostituierte, die aus Angst vor ihrem Peiniger mittlerweile unter anderem Namen außerhalb der Region wohnt, laut ihrer Aussage die Wut des jungen Mannes ertragen. Er habe ihr immer wieder gesagt, dass er sie liebe und aus dem Rotlichtmilieu herausholen wolle. „Er wollte, dass ich zu ihm ziehe. Wenn ich das ablehnte, schlug er mich“, erinnerte sie sich am ersten Verhandlungstag. Jedes Nein habe ihn aggressiv gemacht und er habe sie körperlich seinen Zorn spüren lassen. Zwei Mal schwängerte der beschuldigte Türke seine vermeintliche Liebe gegen ihren Willen – zwei Mal trieb sie in Lettland ab. „Eigentlich wollte ich nur, dass alles aufhört. Deshalb machte ich alles mit“, schilderte sie. Nachdem sie eines Tages von ihm flüchtete, spürte der Mann sie in Köln auf.

Dort wartete er, bis die Frau ihre restlichen Sachen aus seiner Wohnung abholte und entführte sie nach Kassel. Dort gelang es der 31-Jährigen sich am Folgetag in der Innenstadt von ihm loszureißen und zu einer Polizeistreife zu flüchten. Das Gericht vertagte die Verhandlung vor drei Wochen. Am Freitag hätte die Verhandlung fortgesetzt werden sollen. Das verhinderte die Verteidigerin. Bereits nach dem Ende des ersten Verhandlungstags stellte sie gegen den Vorsitzenden Richter Jens-Daniel Braun einen Befangenheitsantrag.

Nachdem dieser von Amtsgerichtsleiter Cai Boesken abgewiesen wurde, stellte sie weitere Anträge gegen Richter und Schöffen. Über diese Anträge muss jetzt noch entschieden werden. Deshalb wurde die gestrige Verhandlung nach wenigen Minuten vertagt. Am 24. März ab 10 Uhr soll die Verhandlung im Sitzungssaal 159 im Marburger Amtsgericht mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt werden.

von Björn Wisker

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