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Verkehrssicherheit bleibt weiterhin ein Thema

Amöneburg Verkehrssicherheit bleibt weiterhin ein Thema

Die Amöneburger Blitzerpläne scheinen kaum vom Tisch zu sein (die OP berichtete gestern), da wartet die CDU-Fraktion mit den nächsten Anregungen zur Verkehrsberuhigung auf.

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Jan-Gernot Wichert (mit Tochter Emma) und Christiane Schmidt halten die Fahrbahnverengungen auf der Homberger Straße für zu eng, um das Tempo der Verkehrsteilnehmer zu drosseln – bei diesem Autofahrer zeigten sie allerdings Wirkung.Foto: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Das Thema der Verkehrssicherheit beschäftigt Jan-Gernot Wichert (CDU) schon seit Längerem. „Zugegeben, es hat im Herbst aber der persönlichen Betroffenheit bedurft, um das Thema für mich nach ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen“, gibt er zu und berichtet, dass seine Tochter Emma auf der Kirchhainer Straße in Mardorf - also vor der eigenen Haustür - angefahren worden sei. Dem Autofahrer macht er keinen Vorwurf, da seine Tochter aus einer kaum einsehbaren Hofeinfahrt gekommen sei: „Aber Tempo 50 ist an einer Stelle, in deren Nähe zahlreiche Kinder wohnen, einfach zu viel.“

Den Unfall bezeichnet Wichert als zusätzlichen Anstoß, um das Thema intensiver politisch zu beackern. Dass die Blitzer vom Tisch scheinen, ist für Wichert nebensächlich. Seine Fraktion sei ohnehin nicht überzeugt davon, dass festinstallierte Blitzer immer die geeignete Antwort auf unangepasstes Fahrverhalten sind. „Insbesondere außerorts wäre es sicherlich die einzig wirksame Möglichkeit, um die Geschwindigkeit der Autofahrer zu verändern“, meint der Fraktionsvorsitzende. Allerdings trete für ortskundige Fahrer sehr schnell ein Gewöhnungseffekt ein, der dazu führe, dass die Autofahrer rechtzeitig vor einer Blitzeranlage abbremsen und anschließend wieder ordentlich Gas geben.

Er will nun den Fokus in die Orte legen - vornehmlich auf Roßdorf und Mardorf: „Hier helfen nur bauliche Veränderungen. Mancher Autofahrer bleibt hier im Rahmen der erlaubten Geschwindigkeit, doch muss man diese trotzdem situationsbedingt oder wegen fehlender Übersichtlichkeit als zu schnell ansehen“, sagt er und verweist am Beispiel Teichgartenweg und Kirchhainer Straße auf die zahlreichen Kinder.

Auf Ortsdurchfahrt sind die „Hindernisse“ zu schmal

Kritik übt er in diesem Zusammenhang besonders an Schlepper- und Tanktransporten, die zur Biogasanlage fahren: Es seien vor allem nicht-ortsansässige Fahrer, die die Verkehrssicherheit erheblich gefährdeten und wenig Sensibilität für die Situation zeigten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende schlägt vor, mit Fahrbahnverengungen die Verkehrsteilnehmer dazu zu bringen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Allerdings müssten diese „Hindernisse“ deutlich größer sein als die in der Homberger Straße: Diese brächten die Autofahrer nicht dazu, die Geschwindigkeit zu drosseln, untermalt Anwohnerin Christine Schmidt Wicherts Ansicht: Die Autofahrer seien oft so schnell unterwegs, dass sie es nicht einmal schafften, am Zebrastreifen anzuhalten, berichtet sie. Auf dem Weg aus dem Ort würden die Fahrer ab dem Zebrastreifen beschleunigen - und das, obwohl das Ortsschild noch weit entfernt sei.

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg sagt, die Stadt setze sich mit der Thematik auseinander. Er findet die Anregung gut und hält auch für den Ortseingang von Roßdorf (aus Richtung Schröck) solche Fahrbahnverengungen für sinnvoll. Am liebsten wäre ihm, wenn es noch weit vor dem Ortsschild eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung gebe. Die Erfahrung habe ihm gezeigt, dass die Baulastträger jedoch selten bereit seien, Fahrbahnverengungen zu bezahlen - entsprechend sei die Stadt Amöneburg bereit, auch Kosten zu übernehmen, betont er.

Das hört Willi Kunze, der Regionalbeauftragte von Hessen Mobil, schon einmal gerne. „Denkbar“ seien solche Fahrbahnverengungen, allerdings seien sie nicht ohne entsprechende Vorbereitungen umsetzbar. Zum Beispiel müsse es Absprachen mit Polizei und Verkehrsbehörden geben. Allerdings sei die Wirksamkeit solcher „Hindernisse“ nicht nachgewiesen: „Vom Grundsatz her ist es aber möglich, sie einzurichten.“

von Florian Lerchbacher

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