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Ostkreis Verkehrsbelastung sorgt den Ortsbeirat
Landkreis Ostkreis Verkehrsbelastung sorgt den Ortsbeirat
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17:49 15.08.2013
Das auf die Bahnhofstraße entfallende Teilstück der B 454 gehört zu den Problemzonen Neustadts. Vornehmlich von Patienten, die dort Ärzte aufsuchen, wird tagsüber trotz Halteverbot in der Bahnhofstraße beidseitig geparkt, so dass der Schwerverkehr Mühe hat, die Straße zu passieren. Foto: Matthias Mayer
Neustadt

Thomas Groll berief sich auf den mit großen Unsicherheiten behafteten Weiterbau der Autobahn 49. Aus seiner Sicht spreche viel dafür, dass die Straße dauerhaft in Schwalmstadt ende - mit den bekannten Folgen für das Verkehrsaufkommen auf der Neustadt auf mehreren Kilometern Länge durchquerenden Bundesstraße 454. Wenn es für Neustadt gut laufe, werde die Autobahn bis zur Stadtallendorfer Höhe weitergebaut.

Um so mehr drängte die Ortsbeirätin Andrea Bauscher (SPD) darauf, die Chancen, die der Lärmminderungsplan nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz bietet, zu nutzen. Das werde die Stadt auch tun, versicherte der Bürgermeister. Nach Auskunft von Hessen Mobil liege das jährliche Verkehrsaufkommen auf der B 454 in Neustadt bei über drei Millionen Euro und falle damit unter den Lärmminderungsplan.

Thomas Groll: Mehr alsFlüsterasphalt ist nicht drin

Die Chance auf einen wirklich effektiven Lärmschutz für die Anwohner der Straße sah Thomas Groll nicht. „Lärmschutzfenster für die Anwohner wird es nicht geben, das kann kein Mensch bezahlen“, sagte der Bürgermeister. Viel mehr als Flüsterasphalt sei für Neustadt nicht zu erwarten. Die Chancen, diesen zu realisieren, seien hingegen nicht schlecht, da Hessen Mobil zwischen 2014 und 2016 ohnehin in drei Etappen die B-454-Fahrbahn in Neustadt erneuere (die OP berichtete). Bei einer in zwei Wochen anstehenden Besprechung mit Hessen Mobil solle der Flüsterasphalt thematisiert werden.

Ortsvorsteher Klaus Groll beklagte in diesem Zusammenhang die durch wildes Parken entstandene Verkehrssituation in der Bahnhofstraße und regte an, das Gefahrenpotenzial dieser Straße durch Tempo 30 zu minimieren. Tempo-30-Zonen seien auf Bundesstraßen kaum durchsetzbar, entgegnete der Bürgermeister. Allein das regelmäßige Verteilen von Knöllchen könne die Autofahrer dazu bewegen, die zu 75 Prozent ungenutzten Parkplätze entlang der Marktstraße aufzusuchen. Allerdings fehle Neustadt dazu ein zweiter Hilfspolizist.

Dafür hatte der Bürgermeister einen konkreten Plan zur Behebung eines weiteren Verkehrsproblems mitgebracht. Die Straßen Am Schalkert, Ringstraße sowie einige Nebenstraßen werden stark von Pendlern frequentiert, die ihren Weg zur Arbeit oder von der Arbeitsstelle abkürzen wollen. Zwei Verkehrszählungen der Stadt ergaben in diesem Wohngebiet eine Belastung von bis zu 3500 Fahrzeugen zwischen 7 und 18 Uhr.

Einbahnstraßengegen Pendler-Transit

Die Stadt möchte diesen „Transit“ über Anliegerstraßen durch die Umwidmung von drei Straßen in Einbahnstraßen stilllegen. Das soll an der großen Straßenkreuzung unweit des Spielplatzes „in der Aue“ passieren. Davon betroffen sind:

n Die Straße Am Schalkert wird stadteinwärts zwischen dem Abzweig Wiesenweg und der Einmündung in die Ringstraße Einbahnstraße.

n Die Ringstraße wird zwischen der Marktstraße und der Kreuzung mit Am Schalkert Einbahnstraße und kann so Richtung Innenstadt nicht mehr befahren werden. n Das enge Schlupfloch Krautersgässchen wird ebenfalls an dieser Kreuzung durch eine Einbahnstraßenregelung stadtauswärts gestopft. Damit wird die Ringstraße aus Richtung Bahnhofstraße zu einer Sackgasse. n Das Sträßchen In der Aue wird für Fahrzeuge aller Art gesperrt. n Sollte sich der Pendlerverkehr in Richtung Schwalmstadt in Folge dieser Änderungen auf den Töpferweg verlagern, wird auch dieser zur Einbahnstraße, die nur in Richtung Innenstadt befahren werden darf. Der Bürgermeister nannte zwei Schwachpunkte des Konzepts: Die Straße Am Schalkert wird nur noch von der B 454 aus erreichbar sein und die Verkehrsbelastung auf der Hindenburgstraße wird um 500 bis 600 Fahrzeuge pro Tag zunehmen. Deshalb sei der Plan nur ein Vorschlag, den er zur Beratung an den Ortsbeirat weitergebe. Ohne Zustimmung des Gremiums werde er als Ortspolizeibehörde den Plan nicht umsetzen.

von Matthias Mayer

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