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Vergewaltiger bleibt Haft erspart

Urteil Vergewaltiger bleibt Haft erspart

Nach knapp zwei Stunden  Berufungsverhandlung stand am Mittwoch fest, dass ein 20-jähriger Stadtallendorfer nunmehr doch nicht ins Gefängnis muss.

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In der Haartstraße endete im März 2010 die Flucht des Opfers.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Immer wieder schloss die junge Lahntalerin im Gerichtssaal die Augen. Ihr neuerlicher Auftritt vor einem Gericht fiel ihr sichtlich schwer. Vor anderthalb Jahren war die damals 15-Jährige Opfer einer Vergewaltigung und einer sexuellen Nötigung geworden. Schlafstörungen hat sie bis in die Gegenwart, wie sie im Laufe der Verhandlung berichtete. An Männern habe sie das Interesse verloren, bekennt sie vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Dr. Thomas Wolf.

Im Juni hatte das Jugendschöffengericht Marburg den 20-jährigen Haupttäter zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Einen 30 Jahre alten Mittäter verurteilte Richter Cai Adrian Boesken dabei zu einem Jahr Haft auf Bewährung wegen sexueller Nötigung. Bei der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht hatten die Angeklagten zu den Vorwürfen geschwiegen. Beide hatten Berufung gegen ihre Verurteilung eingelegt.

Während der Verhandlung bemühte sich Richter Wolf darum, mehr Klarheit über die Motive des Angeklagten zu bekommen, doch die blieben im Dunkeln. Einsicht war bei den wenigen Äußerungen nicht zu erkennen. Der 20-Jährige erklärte im Schlusswort immerhin, dass ihm alles leid tue.

Die Kammer begründete ihr milderes Urteil letztlich mit der Anwendung des Jugendstrafrechts. Gleichzeitig verzichtete Richter Wolf auf die von der Staatsanwaltschaft beantragten Arbeitsstunden und schlug einen Täter-Opfer-Ausgleich bei der Jugendkonflikthilfe vor, in der Hoffnung, dass dem 20-Jährigen die Folgen seiner Tat dadurch bewusst werden.

von Michael Rinde

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