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Ostkreis Verein soll die Katze im Sack kaufen
Landkreis Ostkreis Verein soll die Katze im Sack kaufen
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19:38 29.09.2010
Ludwig Klingelhöfer (rechts) und Werner Löber zeigen das Gelände am Rotenberg, auf dem der SV Großseelheim einen Ausweich-Fußballplatz bauen will. Zuvor muss untersucht werden, was zu ihren Füßen wächst, kreucht und fleucht. Der Verein soll für ein naturschutzfachliches Gutachten bezahlen, das möglicherweise dafür sorgt, dass er dort nicht bauen darf. Quelle: Matthias Mayer

Großseelheim. Das Problem: Für das gesamte Areal rund um den Sportplatz am Rotenberg gibt es keinen gültigen Bebauungsplan. Der Rasenplatz und das Sportheim des SV Großseelheim genießen Bestandsschutz, aber der neue Platz darf ohne Bebauungsplan nicht hinter dem bestehenden Spielfeld Richtung Schönbach gebaut werden. Der Bebauungsplan erfordert wiederum die Erstellung eines naturschutzfachlichen und eines emissionsfachlichen Gutachtens, deren Ergebnisse dazu führen können, dass der Verein am Ende kein Baurecht bekommt. Und dennoch soll der SVG nach dem Parlamentsbeschluss die rund 11 000 Euro Gutachterkosten bezahlen und damit die sprichwörtliche Katze im Sack kaufen. Den Planungsanteil der Stadt deckelte das Parlament auf 9 000 Euro.

„Das ist ein Unding, der SV Großseelheim ist der einzige Verein im Landkreis, der für derartige Planungskosten aufkommen soll, so nimmt man den Ehrenamtlichen die Lust am Arbeiten“, klagte der Kirchhainer Stadtverordnete Hermann Holz (UWG), der fast täglich am Sportgelände werkelt, beim Ortstermin mit der OP.

Der Marburger Sportkreisvorsitzende Dr. Franz Nitsch bestätigte gegenüber der OP die Einschätzung des Kommunalpolitikers: „Das ist ein einzigartiger Vorgang im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gemeinnützige Sportvereine haben nicht die Aufgaben der Kommunen zu erfüllen. Es ist ureigenste Aufgabe der Kommunen, Baurecht zu schaffen“, sagte der oberste Interessenvertreter des heimischen Sports. Nitsch wies zudem darauf hin, dass der Verein für Gutachterkosten nicht einen Cent Förderung erhalte.

Wie der SVG-Vorsitzende Ludwig Klingelhöfer und Schriftführer Werner Löber beim Gespräch mit dieser Zeitung berichteten, möchte der Verein den Ausweichplatz weitestgehend in Eigenleistung und ohne Zuschüsse der finanzschwachen Stadt Kirchhain bauen. Dazu sind auf dem abschüssigen Gelände erhebliche Erdbewegungen erforderlich. Ludwig Klingelhöfer ist dennoch sicher, dass die Großseelheimer dies schultern können und verweist auf die Eigenleistungen, die Vereinsmitglieder bei dem Umbau des alten Tennenplatzes in einen Rasenplatz und bei den umfangreichen Arbeiten an den Außenanlagen erbracht haben.

Klingelhöfer sieht für den 500 Mitglieder zählenden Verein einen großen Handlungsdruck. Der alte Sportplatz an der Ohm, der aus zwei Toren und einem Holzverschlag besteht, könne im Winterhalbjahr wegen des fehlenden Flutlichts nicht benutzt werden. „Wenn wir mit allen Mannschaften im Winterhalbjahr auf dem neuem Platz spielen und trainieren, ist der spätestens in zwei Jahren hin“, erklärte der Vorsitzende, der zuletzt während der schlechten Jahreszeit Teams wiederholt auf den Kunstrasenplätzen in Kirchhain und Marburg trainieren ließ – für 90 und für 100 Euro pro Trainingseinheit.

Nach der Entscheidung des Stadtparlaments haben der Großseelheimer Ortsbeirat und der Verein am 7. Juli dem Kirchhainer Magistrat mit einem gemeinsamen Schreiben die Problemlage dargelegt und in Sachen Planungskosten um eine Gleichbehandlung des SVG mit den anderen Kirchhainer Vereinen gebeten. Fast drei Monate später hat der Verein noch nicht einmal eine Empfangsbestätigung erhalten, was Werner Löber nicht nachvollziehen kann: „Ich brauche keine Ehrenamtscard und keinen Ehrenbrief. Wenn aber Vereinsarbeit ständig ignoriert wird, frustet das. Wir wollen ja nichts geschenkt haben. Die Stadt soll nur ihrer Aufgabe nachkommen und Baurecht schaffen“, sagte Löber.

Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) erklärte gegenüber der OP, dass er das Schreiben wegen eines zwischenzeitlichen Gespräches in dieser Angelegenheit nicht beantwortet habe. Zur Sache wollte er sich nicht äußern. Er habe Parlamentsbeschlüsse umzusetzen und nicht zu kommentieren, sagte Kirchner und verwies auf den Stadtverordneten Hartmut Pfeiffer (CDU), der den entsprechenden Antrag im Parlament begründet hatte.

Klingelhöfer betonte, dass der SVG nicht auf Krawall aus sei, sondern ein Gespräch mit der Stadt und Planungssicherheit anstrebe. Ein kurzes Gespräch bei einem Zufallstreffen auf der Straße könne dies nicht leisten.

von Matthias Mayer

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