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Ostkreis Rund 400.000 Euro Schaden für Landwirte
Landkreis Ostkreis Rund 400.000 Euro Schaden für Landwirte
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00:16 14.08.2018
Dieses Maisfeld, aufgenommen am Mittwoch, wurde von dem Unwetter schwer getroffen. Quelle: Nadine Weigel
Kirchhain

Allein die Stadt Kirchhain rechnet mit 300.000 bis 500.000 Euro finanziellem Schaden durch das Unwetter vom vergangenen Dienstag. Nicht alle Bürger sind ausreichend versichert. Vor diesem Hintergrund taucht inzwischen die Frage nach einer Landeshilfe auf. Am Freitag führte Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann ein erstes Gespräch mit Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Er habe Schäfer eine erste Kalkulation vorgelegt, der habe zugesagt, das Thema zu prüfen, berichtet Hausmann gegenüber der OP. Außerdem will sich Hausmann mit dem Regierungspräsidium und dem Landkreis in Verbindung setzen und um finanzielle Unterstützung werben.

Das hessische Innenministerium verweist auf Nachfrage dieser Zeitung auf mögliche Hilfen, die nach der Elementarschädenrichtlinie in Betracht kommen. Hierzu müsste laut einem Ministeriumssprecher der Kreis binnen einer Woche beim Regierungspräsidium die Einleitung einer Finanzhilfeaktion beantragen.

Solche Hilfen sind allerdings an Bedingungen geknüpft. Voraussetzung wäre, dass „aufgrund eines überörtlichen Naturereignisses bei einem größeren Personenkreis nicht unerhebliche Schäden eingetreten sind, die nicht im Wege zumutbarer Selbsthilfe beseitigt werden können“, heißt es dazu aus Wiesbaden.

Rund 450 Hektar Mais und einige Rübenäcker betroffen

Das Unwetter vom vergangenen Dienstag hat, wie die OP gestern bereits berichtete, auch für zahlreiche Landwirte mit Maisfeldern in Kirchhain, Amöneburg und Umgebung schlimme Konsequenzen. Jörg Schuldig-Fritsch, Bezirksdirektor der „Vereinigten Hagel“ schätzte am Freitag, dass allein bei den Kunden seiner Versicherung rund 450 Hektar Maisfelder und einige wenige Rübenäcker betroffen sind. Er geht von einem Schaden von rund 400 000 Euro aus.

Der tatsächliche Schaden dürfte deutlich höher liegen, da auch zahlreiche betroffene Landwirte nicht gegen Hagelschäden versichert sind. Rund 30 Schadensschätzer des Unternehmens sind derzeit im Einsatz. Ihre Zahl wird möglicherweise noch einmal aufgestockt, damit die erste Sichtung der Felder am Wochenende abgeschlossen werden kann. Eine endgültige Summe wird es nach Abschluss der Ernte geben. Wie berichtet, müssen die betroffenen Maisfelder mit einer eigenen Häckseltechnik abgeerntet werden. Der Mehraufwand sei versichert, so Schuldig-Fritsch gegenüber dieser Zeitung.

Weitere Neuigkeiten rund um die Folgen des Unwetters 

  • Der Landkreis hatte durch das Unwetter Schäden an acht Schulen, sechs davon in Kirchhain, zwei in Stadtallendorf. Schwerwiegender sind dabei die Schäden an zwei Gebäuden der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule, wo Turnhalle und Musikgebäude besonders betroffen waren. Im Laufe der nächsten Woche rechnet die Kreisverwaltung mit einer genaueren Aussage zur Höhe der Schäden.
  • Eine gute Nachricht gab es gestern aus dem Rathaus. Entgegen der ersten Prognosen kann das Kirchhainer Freibad bereits am Samstag wieder zu den gewohnten Zeiten öffnen.
  • Seit Donnerstagmittag stehen Container für kleine Müllmengen am Festplatz und am Freibad. Die Stadt erneuerte gestern nach ersten Erfahrungen noch einmal ihren Appell an alle Betroffenen, dort wirklich nur Kleinteile einzuwerfen, keine Elektrogeräte und keinen Sondermüll und auch keine Möbel. Für Sperrmüll wird es nach vorheriger Anmeldung Sonderabholungen geben. Sie sind ausdrücklich den vom Unwetter Betroffenen in der Kernstadt und den Stadtteilen vorbehalten.

von Michael Rinde