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Überfall war Werk von „Dilettanten“

Überfall Überfall war Werk von „Dilettanten“

„Wenn‘s klappt, dann klappt‘s. Wenn net, dann scheiße.“ Diese im Endeffekt sehr treffenden Worte gingen einem Marburger kurz vor dem Überfall auf einen Aldi-Markt durch den Kopf.

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Der Überfall auf den Kirchhainer Aldi-Markt war während der Verhandlung am Montag der Hauptanklagepunkt.

Quelle: Florian Lerchbacher

Kirchhain. Zweieinhalb Jahre seiner Ausbildung hatte ein inzwischen 20 Jahre alter Marburger bereits hinter sich, dann traf er im März die Entscheidung, gemeinsam mit seinem besten Freund seinen Arbeitgeber zu überfallen. Über das Warum ließen sich die beiden geständigen Täter nicht aus, wohl aber über die Initialzündung: „Der Herkules-Markt wurde überfallen. Wir sagten uns, das können wir auch und machten unseren Plan.“

Dieser, beziehungsweise die Umsetzung und das Danach, waren allerdings nicht besonders ausgefeilt, oder, um eine Beschreibung von Richter Cai-Uwe Boesken aufzugreifen, dilettantisch. Der Kirchhainer kam am 23. März gegen 19.40 Uhr auf das Aldi-Gelände und wartete, bis alle Kunden den Discounter verlassen hatten. Dann betrat er das Geschäft und forderte seinen Freund die Kasse zu öffnen. Die Schreckschusspistole, die er ihm dabei unter die Nase hielt, hatte einer seiner „Kunden“ bei ihm vergessen: Er war damals nicht nur als Auszubildender zum Bodenleger sondern auch als Drogendealer tätig.

„Er sagte, ich solle ihn schlagen. Das wollte ich nicht, schlug ihn aber dann doch“, erinnert sich der Kirchhainer an den weiteren Tathergang. Mit 5.040 Euro Beute machte er sich aus dem Staub.

Von da an begannen die beiden Täter, sich selbst zu verraten. Der Kirchhainer nahm das Geld mit zu einem Freund und zählte es dort. „Warum?“, fragte Boesken und ergänzte: „Wollten Sie ‘nen Dicken machen?“ Die positive Antwort verleitete ihn dann zu dem Hinweis: „Für einen Dicken war das ganz gut, für das Gelingen des Ganzen aber hinderlich.“

von Florian Lerchbacher

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