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Türkische Frauen lösen Konflikte

Stadtallendorf Türkische Frauen lösen Konflikte

Streit gibt es in der besten Familie. Aber was tun, wenn mal wieder dicke Luft herrscht? Jetzt werden in Stadtallendorf Frauen mit Migrationshintergrund zu ehrenamtlichen Konfliktlotsinnen ausgebildet.

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Bei gemeinsam zubereiteten Essen wollen die Konfliktlotsinnen auch die Gemeinschaft untereinander fördern.

Quelle: Waldhüter

Stadtallendorf. Seit Oktober treffen sich im Südstadtkiosk in Stadtallendorf regelmäßig Frauen mit türkischem Migrationshintergrund, um hier zu ehrenamtlichen Konfliktlotsinnen ausgebildet zu werden. Das Projekt „Netzwerk von Konfliktlotsinnen“ ist eins von neun Mikroprojekten, die zur Zeit in Stadtallendorf im Rahmen des Programms „Stärken vor Ort“ stattfindet. Als Konfliktlotsinnen erweitern die Frauen ihr Handlungswissen, mit dem sie andere im Streitfall begleiten und in der Lösungsfindung unterstützen können.

Dabei beschäftigen sich die Frauen unter der Anleitung von Anja Schulz, Diplom Pädagogin und Mitarbeiterin der Jugendkonflikthilfe (Juko) Marburg, der Friedens- und Konfliktforscherin Eva Klein und Sabine Schlegel, Geschäftsführerin der Juko, zunächst mit verschiedensten Fragestellungen. Wie zum Beispiel: „Was kann ich machen, wenn ein Konflikt entsteht?“ oder „Wie kann ich die beste Konfliktlösung finden?“

In dem Seminar werden die Frauen zudem geschult, mit den Bedürfnissen des Gegenüber umzugehen, sich in andere hineinzuversetzen und Lösungen zu finden, die sich für beide Konfliktgruppen als positiv erweisen. „Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die Frauen zu stärken und auszubilden, so dass sie sich als Expertinnen vor Ort, sowohl während der Qualifikation, als auch darüber hinaus vernetzen“, erläutert Eva Klein. Somit sollen die Frauen in die Lage versetzt werden, Konflikte frühzeitig zu erkennen und sich in Konfliktsituationen gegenseitig zu stärken, aber auch in ihrem sozialen Umfeld, erste Kommunikations- und Handlungswege aufzuzeigen.

Und die Ziele des Projekts scheinen aufzugehen: „Ohne unser Projekt hätten wir uns nie so getroffen und ausgetauscht“, bestätigt Seminarteilnehmerin Berre Sakinir. „Das Projekt wirkt nicht nur einer Vereinzelung der ehrenamtlich Engagierten entgegen, sondern den Teilnehmerinnen soll durch diese zusätzliche Qualifikation auch der Berufseinstieg erleichtert werden“, erklärt Anja Schulz.

von Karin Waldhüter

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