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Ostkreis Trotz nussiger Beilage bleibt ein Drahtesel stehen
Landkreis Ostkreis Trotz nussiger Beilage bleibt ein Drahtesel stehen
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17:11 14.06.2013
Dirk Müglich (Fünfter von links) schwang bei der Versteigerung den Hammer.Foto: Lerchbacher
Amöneburg

Zwei alte, verrostete Fahrräder blieben einsam und verlassen zurück und kamen zurück in den Rathauskeller. Niemand wollte sich bei der Versteigerung von Fundrädern erbarmen, auch nur einen müden Euro für die beiden Drahtesel hinzulegen, die doch immerhin noch vom Rost zusammengehalten werden. Dabei klemmt auf einem der Gepäckträger doch noch ein alter Korb, in dem ein gutes Dutzend alter Walnüsse herumkullern!

Doch Spaß beiseite: 16 Fahrräder hatten sich in den vergangenen Jahren im Fundbüro der Stadt angesammelt und waren weder von ihrem Eigentümer abgeholt noch vom Finder beansprucht. Und so kamen sie unter den Hammer von Dirk Müglich, dem Haupt- und Personalamtsleiter, der die Versteigerung organisierte.

Einige Auktionen begannen bei fünf Euro, andere bei 25 Euro, manch eine aber auch bei einem Euro. Von Anfang an im Rennen war ein junger Familienvater, der siebenmal den Zuschlag erhielt und zu Beginn, als die meisten der rund 15 Bieter sich noch in Zurückhaltung übte, wenigstens ein echtes Schnäppchen machte. 74 Euro legte er für sieben Drahtesel hin, die er nun für Kinder - oder den Flohmarkt - aufarbeiten will. Doch perfekt lief die Versteigerung nicht: „In Marburg gab es echte Schnäppchen“, berichtete er und erinnerte an die Versteigerung vor mehreren Wochen, bei der insgesamt 106 Räder an die Meistbietenden verkauft wurden.

Doch dort gab es weder einen Rasenmäher noch eine alte Enduro-Maschine zu ersteigern - die in Amöneburg zum Preis von 22 beziehungsweise 30 Euro einen Abnehmer fanden. Den Rasenmäher habe er im Auftrag eines Freundes ersteigert, berichtete ein junger Mann und ergänzte, dass er bis 45 Euro hätte gehen können.

Das Motorrad, Baujahr 1990, sicherte sich ein Bastler, der schlicht testen möchte, ob er die Maschine wieder zum Laufen bringt: „Auf die Straße darf ich damit ohnehin nicht, da es natürlich keine Papiere mehr gibt.“

Der Rathauskeller ist nun jedenfalls wieder leer. Größtenteils zumindest, schließlich stehen dort noch die beiden Schrotthaufen, die nicht einmal als Ersatzteillager attraktiv genug für einen Käufer waren. Dabei hatte Müglich alles versucht: „Hier ist doch noch eine Klingel dran. Die alleine ist schon mehr als einen Euro wert!“ Vielleicht hätte er die nussige Beilage mehr bewerben sollen - doch das ist nur eine Theorie.

von Florian Lerchbacher

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