Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Tim entthront den Seriensieger

Kirmes Tim entthront den Seriensieger

Tollkühn stürzen sich am Sonntagnachmittag 17 Piloten in ihren teils selbst gebauten Seifenkisten auf die rund 300 Meter lange Strecke in Anzefahr, die an der Festhalle am Kirchplatz endete.

Voriger Artikel
Die Altstadt wird zur Tempo-30-Zone
Nächster Artikel
Der singende Metzger aus Rauschenberg

Der neunjährige Tim Vollmerhausen ließ alle Konkurrenten hinter sich und fuhr in Anzefahr mit seiner schnellen Seifenkiste als Erster ins Ziel. Foto: Karin Waldhüter

Anzefahr. „Lass fliegen“, feuert das Publikum Tim Vollmerhausen an. Der Neunjährige lässt sich in seinem schwarz-roten Boliden davon kaum beeindrucken. Den Blick fest auf die Strecke geheftet nimmt er die Kurve auf der Ideallinie und fährt sicher dem Sieg entgegen. Hendrik Biecker, der für sein umgebautes Kettcar doch schon etwas zu groß geraten scheint, macht während der Fahrt das Fahrzeug schneller, indem er die Radlager ölt - sehr zur Freude der Zuschauer.

Die vielen Besucher, die sich entlang der mit Strohballen gesicherten Strecke aufgestellt hatten, erlebten während des Kirmesfamiliennachmittags nicht nur spannende Seifenkistenrennen, sondern auch einige Gaudi-Fahrten in abenteuerlich anmutenden Vehikeln.

Auf die Strecke gingen die Fahrer in ihren selbst gebauten Seifenkisten, oder sie nutzten die Schul-Seifenkiste, die im vergangenen Jahr von Eltern und Schülern der dritten Klasse gebaut worden war. Vorjahressieger Pascal Hönig musste sich in diesem Jahr hinter Tim Vollmerhausen mit dem zweiten Platz begnügen. Der Neunjährige hatte zuvor dreimal in Folge gewonnen. Christoph Kißling war mit Tochter Annemarie in einem Doppelsitzer zu dem traditionellen Seifenkistenrennen angetreten. Er holte sich mit einer schnellen Fahrt den dritten Platz. Alle Fahrer erhielten am Ende der zwei Wertungsläufe Preise. Den Gaudi-Preis kassierten Hendrik Biecker und Stefan Hönig für ihr tolles Kopf-an-Kopf-Rennen.

Mit einem neuen Konzept organisierte in diesem Jahr die Kolpingfamilie Anzefahr die Kirmes. Schwindende Besucherzahlen in der Vergangenheit hatte sie neu Weg ersinnen lassen, und so setzen die Verantwortlichen gleichermaßen auf altbewährte und neue Programmpunkte. Ein Privatmann hatte seine Maschinenhalle, direkt neben dem Kirchhof gelegen, zum Feiern zur Verfügung gestellt. Diese verwandelte sich mit dem Festauftakt am Freitagabend in ein kleines aber feines Festivalgelände mit rund 300 Besuchern. Drei junge Nachwuchsbands, die „Lady von Epinal“, „Roundabout“ und „Skanimals“ aus Kirchhain, Amöneburg und Umgebung und als Topact die „Glasbowstones“ aus Erfurtshausen sorgten jeweils eine Stunde lang für Stimmung.

„Das neue Konzept ist aufgegangen, das Publikum war von Anfang an begeistert und die Stimmung gut“, resümiert Berthold Bauerbach, einer von drei zweiten Vorsitzenden der Kolpingfamilie. Am Samstag verwandelte sich das Festivalgelände dann in eine bayerische Festhalle. Die 3Boarischen“ sorgten für mächtige Stimmung. Geehrt wurden an diesem Abend Stefanie Mönninger und Joachim Botthof für die schönste Tracht.

Nach dem Festgottesdienst am Sonntag und dem anschließenden Frühschoppen mit dem „3Boarischen“ folgte der Familiennachmittag mit Kaffee und Kuchen, den die Eltern vom Kinderturnen bereitet hatten und für die Kinder wurden die Strohballen, die beim Seifenkistenrennen noch für die Sicherheit der Besucher gesorgt hatten, zur Hüpfburg umfunktioniert.

von Karin Waldhüter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr