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Taubenküken nisten unter dem Dach

Bahnhof Taubenküken nisten unter dem Dach

Beim Tag des offenen Denkmals am 12. September will die Stadt Kirchhain ihr Bahnhofsgebäude teilweise öffnen. Die OP war bei einer Begehung des dreiflügligen Hauses dabei.

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Zwei Taubenküken liegen in einem Nest in einem Fenster.

Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Nur die stehenden Güterzüge auf den Gleisen vor dem Fenster erinnern daran, dass man sich in einem Bahnhofsgebäude aufhält. Ansonsten sieht es stellenweise so aus wie in einer ziemlich heruntergekommenen Wohnung, die eine Sanierung dringend nötig hat.

Die OP hatte die Gelegenheit, bei einer Gebäudebegehung dabei zu sein und auch die Räume zu sehen, die ansonsten für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Als die Stadt im Januar 2009 zum ersten Mal das Gebäude inspizierte, warteten einige unliebsame Überraschungen auf Ingenieur Michael Theis von der Stadtverwaltung und das Bauhofteam. Im Dachgeschoss hatten sich über Jahre hinweg hunderte Tauben angesiedelt. Etliche Tierkadaver und Nester fand Theis schon auf der Treppe zum Dachgeschoss. Oben lag zehn Zentimeter hoher ätzender und gesundheitsgefährdender Vogelkot. Eine Fachfirma musste ihn beseitigen.

Außerdem war das Bahnhofsdach offenbar längere Zeit undicht. Das hatte weiterhin sichtbare Folgen: Die Decke eines Raumes ist eingebrochen. An anderer Stelle musste ein Holzträger schnell abgestützt werden, er war durchgefault. Etwa 10.000 Euro hat die Stadt ausgegeben, um zumindest die Substanz des Hauses zu schützen. Regelmäßig ist der Bauhof vor Ort. Ein Nebeneffekt: „Seit wir die Tauben vom Dachboden vertrieben haben, gibt es weniger Beschwerden von den Einzelhändlern über Vogelkot“, sagt Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos). Ein Anziehungspunkt für Tauben bleibt das markante Gebäude im Herzen der Stadt. Regelmäßig finden sich Scharen von ihnen auf dem Dach ein.

Am 12. September, dem bundesweiten Tag des offenen Denkmals, will die Stadt den Bahnhof erstmals öffnen, zumindest die Teile, die gefahrlos begehbar sind. Dort soll es auch Ausstellungen geben.

von Michael Rinde

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