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Tagelöhnerhaus verfällt, Stadt Amöneburg will Abriss

Leerstandsproblem Tagelöhnerhaus verfällt, Stadt Amöneburg will Abriss

Denkmalschutz hin oder her - für die Bürger von Rüdigheim und die Stadt Amöneburg ist das leere Tagelöhnerhaus ein Schandfleck.

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Mitglieder des Ortsbeirats besichtigten das leerstehende Tagelöhnerhaus. Foto: Karin Waldhüter

Rüdigheim. Die Zeiten als fröhliche Stimmen durch erleuchtete Fenster nach draußen drangen, oder ein Hund freudig wedelnd sein Herrchen an der Haustüre begrüßt hat, sind für das ehemalige Tagelöhnerhaus an der Hauptstraße 27 lange vorbei.

Heute warnt nur noch ein verblasstes rotes Schild an der Haustüre vor einem Hund, der vielleicht einmal dort gelebt hat. Die Scheiben der Haustüre sind eingeschlagen, eine Türklinke gibt es nicht mehr, die Tür selbst steht offen und ermöglicht jedem den Zutritt.

Modergeruch schlägt einem beim Betreten des Hauses entgegen. Seit vier Jahren steht das Haus leer und der Verfall hat seit langem Einzug gehalten. Das ehemalige Tagelöhnerhaus ohne eigenes Grundstück, stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist als Einzeldenkmal ausgewiesen.

Der Eigentümer, der in Dortmund lebt und es vor knapp zehn Jahren für 27 000 Euro gekauft hat, hat selbst keinerlei Verbindung zu dem Haus und ist bereit es der Stadt Amöneburg zu schenken. „Ja“, sagt Bürgermeister Michael Richter Plettenberg, „wenn es uns gelingt es abzureißen“. Es fehlt das Geld für eine aufwendige Renovierung. Bereits vor zwei Jahren wurde zur Vorklärung Kontakt zum Landesamt für Denkmalpflege aufgenommen, um eine Abrissgenehmigung zu bekommen. Dem Abbruchantrag wurde nicht stattgegeben, die Erhaltung sei wirtschaftlich zumutbar, heißt es in dem brieflichen Bescheid.

„Denkmalschutz ist wichtig, doch man kann nicht alles erhalten“, betont hingegen Bürgermeister Richter-Plettenberg der bezweifelt, dass der Erhalt des Gebäudes wirtschaftlich zumutbar ist. Inzwischen sind weitere zwei Jahre vergangen und mit Unterstützung durch den Ortsbeirat will die Stadt jetzt in die Offensive gehen und einen Abrissantrag stellen.

Denn das Angebot des Eigentümers steht nach wie vor, und die Stadt ist bereit die Abrisskosten für das Gebäude zu übernehmen. Auch der Ortsbeirat Rüdigheim signalisiert Unterstützung. „Wir sind bereit, das Grundstück später ansehnlich als Treffpunkt zu gestalten“, erklärt Ortsvorsteher Martin Bieker.

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