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Täter nutzt Gutgläubigkeit aus

Verurteilung Täter nutzt Gutgläubigkeit aus

Für einen 45-Jährigen, der einen psychisch kranken Mann ausraubte, endete der Prozess vor dem Marburger Landgericht mit einer Verurteilung zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen schwerer räuberischer Erpressung.

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Vor dem Marburger Landgericht wurde einem 45-Jährigen der Prozess gemacht, weil er einen psychisch Kranken ausgeraubt hatte. Archivfoto

Stadtallendorf. Regungslos und mit einem leeren, in den Saal gerichteten Blick nahm der Beschuldigte die Verlesung des Urteils durch den Vorsitzenden Richter Dr. Carsten Paul hin. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte sich der Heroinabhängige mehrfach Geld von einem psychisch kranken 53-jährigen Stadtallendorfer geliehen. Eines Abends, als er angeblich zuvor geliehenes Geld zurückgeben wollte, erpresste er das gesamte Wochenbudget seines Opfers von 45 Euro.

Er hielt ihm eine Pistole an die Schläfe und fragte mehrfach: „Wie viel hast du?“. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, drohte der Angeklagte dem unter Schizophrenie leidenden Mann, ihm „die Kniescheibe wegzuschießen“. Daraufhin gab der von seinen Nachbarn und Betreuern als „sehr sozial und oft zu gutgläubig“ beschriebene Geschädigte sämtliches Bargeld heraus.

„Sobald er nett um etwas gebeten oder unter Druck gesetzt wird, kann er nicht Nein sagen“, beschrieb eine langjährige Betreuerin ihren Patienten. Deswegen habe er in der Vergangenheit schon häufiger Geld an oberflächliche Bekanntschaften verliehen.

Diese Schwäche machte sich der drogenabhängige Angeklagte zunutze. „Die Waffe habe ich ihm als Pfand angeboten“, behauptete der einschlägig vorbestrafte Täter. Als er das Geld bekommen habe, hätte das Opfer die Pistole genommen und im Bad versteckt. Er habe jedoch gesehen, wohin der Mann die Waffe legte, und nahm sie vor Verlassen der Wohnung wieder mit. „Hätte ich das Ding da liegen lassen, säße ich jetzt nicht vor Gericht“, ärgerte sich der Beschuldigte.

von Björn Wisker

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