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Sympathisch fies, musikalisch gekonnt

Kabarett-Revue Sympathisch fies, musikalisch gekonnt

Schlagerstar Mary Roos und Kabarettist Wolfgang Trepper begeisterten mit ihrer Kabarett-Revue „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ etwa 700 Besucher in der Stadthalle Stadtallendorf.

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Mary Roos und Wolfgang Trepper entpuppten sich auf der Bühne der Stadtallendorfer Stadthalle als Traum-Duo für Schlagerfans und Schlagerhasser.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Vor fast ausverkauftem Haus zelebrierten Mary Roos und Wolfgang Trepper ihren ebenso frechen wie mitreißenden Blick auf die Welt des Schlagers der 60er- bis 80er-Jahre. Mit bissigem Humor knöpften sie sich die größten Hits des deutschen Schlagers vor.

Der Titel des Bühnenprogramms stammt laut Trepper übrigens von Heino, der seit Jahren behaupte, diese drei Dinge in seinen Verträgen für seine Garderobe zu fordern. Seit 2015 tourt das grandiose Duo mit dieser Show durch Deutschland und wird bis Ende des Jahres weit über 100 000 Zuschauer damit beglückt haben.

Bei Treppers kabarettistischen Rückblicken auf drei Jahrzehnte Schlagergeschichte blieb kein Auge trocken. Er resümierte auf seine einzigartig gehässige Weise die Geschichte des deutschen Schlagers und ließ kein gutes Wort an dem „sinnfreien Gedudel“. Auch auf weitere Ereignisse der Zeitgeschichte warf er einen manchmal nostalgischen, manchmal humoristischen Blick.

Dabei ging Trepper auf die damals erfolgreichsten Interpreten genauso ein wie auf beliebte Fernsehserien, politische Ereignisse­ und Modeerscheinungen. Die Entwicklung der Hitparade mit Dieter-Thomas Heck, dem „Hochamt des deutschen Schlagers“, durfte dabei natürlich auch nicht fehlen. Das Aufnehmen mit dem Kassettenrekorder aus dem Radio, dazwischen quatschende Moderatoren, der Starschnitt aus der Bravo und die Fragen an Dr. Sommer riefen bei den Besuchern zahlreiche Erinnerungen an die eigene Jugend wach.

Helene Fischer der Bronzezeit und Ekel Alfred

Keine Ikone der deutschen Schlagerszene war vor Trepper sicher. Er zog Heintje, Gunter Gabriel, Howard Carpendale, Roger Whittaker, Vicky Leandros und Andy Borg genauso durch den Kakao wie Michael Wendler, Andrea Berg oder Dieter Bohlen. Nur gegen Helene Fischer dürfe er gar nichts mehr sagen, denn „die steht ja in Deutschland unter Naturschutz“. Die sinnfreien Texte der Lieder und die Aussprache mancher Künstler führten bei Trepper regelmäßig zu kleinen Ausrastern.

Mary Roos war für den gesanglichen Streifzug durch die Schlagergeschichte zuständig. Sie sang die jeweils erfolgreichsten Hits jeder Epoche, ihre eigenen Grand-Prix-Hits und zum Abschluss einige Lieder neueren Datums. Darunter waren Songs wie „Liebeskummer lohnt sich nicht“, „Hamburg im Regen“, „Nur die Liebe lässt uns leben“ oder „Aufrecht gehen“.

In Stadtallendorf blieb vor Lachen kein Auge trocken.

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Zwischendurch redeten Roos und Trepper in ihrer gemütlichen Sitzecke über die Schlagerszene, die Karriere von Mary Roos und plauderten aus dem Nähkästchen. Dabei schenkten sich „die Helene Fischer der Bronzezeit“ (Trepper über Roos) und „Ekel Alfred“ (Roos über Trepper) nichts. Roos erzählte einige nette und witzige, aber harmlose Anekdoten über das Gläschen Jägermeister vor Hitparade-Auftritten, über bis heute bestehende Freundschaften zu alten Schlagerkollegen und die vielen Tagesabschnittsgefährtinnen von Bernhard Brink. Sie hätte aber ruhig ein paar mehr schmutzige Details und Geheimnisse ausplaudern dürfen.

Das Publikum hatte durchgängig Spaß, egal ob bei Treppers Tiefschlägen Richtung Schlager oder den Gesangseinlagen der „Hohepriesterin des Grand Prix“. Das Publikum belohnte­ das Traum-Duo mit Dauergelächter, johlendem Applaus und am Ende Standing Ovations.

von Stefanie Wellner

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