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Ostkreis Studenten planen ganz anders
Landkreis Ostkreis Studenten planen ganz anders
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17:22 31.05.2012
Die Sprecher der Studierendengruppe mit (von links) Viktoria Grollmuß, Sebastian Apitz und Eva Filz stehen mit Projektleiter Michael Nass vor dem angedachten Haupteingang des Empfangsgebäudes, der nicht auf die Straße, sondern seitlich auf den Vorplatz fü
Kirchhain

Ungefähr zeitgleich mit dem Planungsbüro, das den von den Koalitionsfraktionen im Stadtparlament inzwischen beschlossenen Gestaltungsentwurf entwickelte, machten sich die Studierenden der Fachrichtung Geoinformation und Kommunaltechnik im Rahmen eines zweisemestrigen Projektseminars an die Arbeit. Den Anstoß zum Thema gab Projektbetreuer Michael Nass. Der Kirchhainer betreibt in seiner Heimatstadt ein Planungsbüro, ist als Beratender Ingenieur und Stadtplaner sowie als Dozent an der FH Frankfurt tätig. Dieser hatte den beiden Arbeitsgruppen „Verkehr“ und „Städtebauliche Entwicklung“ nur eine Vorgabe gemacht: Richtlinientreu sollte die Planung sein.

Die Bestandsaufnahme der AG Verkehr fiel ernüchternd aus, wie Eva Filz beim Ortstermin mit der OP berichtet. „Man tritt aus dem Bahnhofsgebäude und steht schon mitten auf der Straße“, schildert die Studentin ihren ersten Eindruck. Im Ringverkehr auf dem Vorplatz habe die Gruppe haarsträubende Szenen beobachtet: Autos, die im Dreierpack nebeneinander fuhren, Busse, die dort Fahrgäste aussteigen ließen, Fahrzeuge, die rückwärts rangierten, um abbiegen zu können und Autos, die im Ringverkehr parkten. Zudem sei der Busbahnhof deutlich zu klein und es fehlten vor dem Bahnhof Gehwege, so dass das Areal insbesondere für Schulkinder gefährlich sei. Die Lösungsansätze der Gruppe:

n Bau eines kleinen Kreisverkehrs mit einem Durchmesser von 27 Metern. Entschärfung der Kreuzung durch Vorverlegung der Einmündung Brückenstraße in den Feldweg. n Bau eines von zwei Seiten befahrbaren Busbahnhofs rechts neben dem Empfangsgebäude. n Umgestaltung des jetzigen Busbahnhofs zu Behindertenparkplätzen, Fahrradabstellplätzen und Kurzparkzone. n Barrierefreie Erschließung der Bahnhofsobergeschosse und des Unterführungstunnels durch den Bau eines gläsernen Aufzugs auf der Bahnsteig-Seite des Empfangsgebäudes. n Errichtung von drei Parkdecks mit 200 Stellplätzen für Pendler hinter der Brücke. Aufzug statt Rampe,Kreisel statt Minikreisel Damit weicht das studentische Konzept in wesentlichen Punkten von den städtischen Vorstellungen ab. Der geplante Minikreisel sei wenig praktikabel. Die Praxis zeige, dass Minikreisel in ihrer Funktion oft nicht erkannt und überfahren würden, so Eva Filz. Zudem sähen die Richtlinien nur dort Minikreisel vor, wo für Kreisverkehre nicht genügend Platz ist. Auch die Positionierung des Busbahnhofs direkt rechts neben den Empfangsgebäude (die Stadt möchte diesen hinter der Bahnbrücke bauen) leitet sie aus den Richtlinien ab. Der Bahnhof gelte als Verknüpfungspunkt. Für diese sähen die Richtlinien eine unmittelbare Nähe zwischen Bahnhof und Busbahnhof vor.Viktoria Grollmuß sieht in der vom Denkmalschutz abgesegneten Fahrstuhl-Idee für die Nutzer von Rollstühlen und Rollatoren gegenüber der von der Stadt geplanten Rampenlösung einen dreifachen Vorteil: n Die Kraftanstrengung in der 130 bis 150 Meter langen Rampe mit dem Neigungswinkel von 5 bis 6 Grad entfällt. n Der Weg vom Behindertenparkplatz zum Aufzug und damit in die Unterführung misst nur 15 Meter. Der gleiche Weg über die Rampe ist ist gut 300 Meter lang. n Der Aufzug ermöglicht zugleich die barrierefreie Erschließung der oberen Stockwerke des Empfangsgebäudes. Dessen Nutzung stand im Zentrum der AG Städtebau. Für diese schlägt Sebastian Apitz eine gastronomische Nutzung der ehemaligen KuRa-Bar mit Freiluft-Gastronomie auf dem als Verweilplatz zu gestaltenden Vorplatz vor. Zu diesem soll der um 90 Grad zu drehende Haupteingang führen. Skeptisch beurteilt er die Chancen, Einzelhandel im Bahnhof anzusiedeln. Der Denkmalschutz gestatte nicht, den Bestand im Erdgeschoss zu verändern. Und für den Bedarf des Einzelhandels seien die dortigen Räume zu klein. Für das Obergeschoss des stadteigenen Gebäudes sieht die AG eine Nutzung für kommunale Zwecke und für das Dachgeschoss für Wohnzwecke. Für das Marktgebäude, das nach Vorstellungen der Stadt ein Investor neben dem Bahnhof bauen soll, erkennen die studentischen Planer mit Blick auf Leerstände in der Innenstadt keinen Bedarf. Die komplette Studie steht im Internet: https://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb1/studiengaenge/geko_bachelor/praktikaprojekte_3/projektarbeiten/p2011_12/kirchhain.html

von Matthias Mayer

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