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Ostkreis Stromüberschuss steigt um 275 Prozent
Landkreis Ostkreis Stromüberschuss steigt um 275 Prozent
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00:17 26.09.2018
Eine Generatorengondel steht im Rauschenberger Stadtwald bereit zur Montage in 149 Metern ­Höhe. Das Windrad der Bauart Enercon E-115 erzeugt 7,5 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr. Das reicht, um 2.000 Drei-Personen-Haushalte ein Jahr mit Strom zu versorgen Quelle: Matthias Mayer
Rauschenberg

Bürgermeister Michael Emmerich stellte den Stadtverordneten während der jüngsten Sitzung die Zahlen vor. Danach wurden im Jahr 2017 in Rauschenberg aus Erneuerbaren Energien 31.569.395 Kilowattstunden Strom erzeugt. Dagegen wurden in Rauschenberg im gleichem Zeitraum lediglich 11.466.244 Kilowattstunden verbraucht. Das bedeutet einen Überschuss an Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet in Höhe von 275 Prozent. Im Jahr 2016 wurden lediglich 18 .776.034 Kilowattstunden Strom in Rauschenberg produziert.

Stromverbrauch in Rauschenberg

  • Haushalte: 1.987 Haushalte verbrauchten 6.435.085 Kilowattstunden.
  • Land- und Forstwirtschaft: 109 Abnehmer verbrauchten 501.491 Kilowattstunden.
  • Industrie: 17 Abnehmer benötigten 2.151.178 Kilowattstunden.
  • Handel, Gewerbe, Dienstleistung: 398 Stromzähler registrierten 2.378.470 Kilowattstunden.
  • Straßenbeleuchtung: 111.849 Kilowattstunden.

Der Überschuss wird für das Jahr 2018 noch deutlich steigen, weil die vier Windräder des großen Windparks im Stadtwald auf dem „Rote Küppel“ erst im Laufe des Jahres 2017 zwischen Mai und Juli ans Netz gingen. Das fünfte Windrad steht wenige Meter abseits der Gemarkungsgrenze auf Sindersfelder Gebiet. Dessen Ertrag wird der Stadt Kirchhain zugerechnet.Das Unternehmen Krug Energie erwartet als Windpark-Eigen­tümer für ein vollständiges Windjahr aus allen fünf Anlagen einen Jahresertrag in Höhe von 37,5 Millionen Kilowattstunden. Das reicht, um den Bedarf von 10.000 Drei-Personen-Haushalte zu decken – bei einer CO2-Einsparung in Höhe von 20.000 Tonnen pro Jahr.

Die Stromerzeuger in Rauschenberg

  • Die Wasserkraft: Die älteste Erneuerbare Energie in Rauschenberg ist die Wasserkraft. In der Kernstadt und in der zu Ernsthausen zählenden Wambach-Siedlung nutzen zwei Privatleute die Wohra für die Stromgewinnung. Die Turbinen erzeugten zusammen 153.168 Kilowattstunden. Das sind zwar nur 0,5 Prozent des in Rauschenberg produzierten Stroms, es reicht aber immerhin, um 42 Drei-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.
  • Die Windenergie: 53,3 Prozent des im vergangenen Jahr in Rauschenberg produzierten Stroms entfallen auf die Windkraft. 2005 wurde Pionierarbeit geleistet, als zwischen Ernsthausen und Josbach der erste Windpark des Landkreises gebaut wurde – die sechs für heutige Verhältnisse kleinen Windräder vom Typ Frisia 56/850 von 5,1 Megawatt. Die vier neuen Anlagen vom Typ Enercon E-115 im Rauschenberger Stadtwald haben jeweils eine Leistung von 3 Megawatt – zusammen 12 Megawatt. Der Ernsthäuser Windpark erzeugte 2016 knapp 4.000 Kilowattstunden. Beide Windparks zusammen kamen 2017 auf 16.757.665 Kilowattstunden. Eine Leistung, die 2018 deutlich steigen sollte.
  • Die Biomasse: In der Kernstadt, in Josbach und in Schwabendorf erzeugen Biogasanlagen Ökostrom. Das Besondere an den Biomasse-Anlagen: Sie sind grundlastfähig. Das bedeutet: Sie können rund um die Uhr, Tag für Tag, Strom erzeugen. Das unterscheidet die Biomasse von allen anderen Erneuerbaren Energien. Zusammen haben die Biogasanlagen 12.177.105 Kilowattstunden im Jahr 2017 erzeugt. Damit lassen sich 3.382 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgen. Mindestens ebenso wichtig: Die Anlagen beliefern die Bioenergiestadt Rauschenberg und die Bioenergiedörfer Schwabendorf und Josbach mit Nahwärme. Die Strommenge entspricht 38,7 Prozent des in Rauschenberg erzeugten Stroms.
  • Die Photovoltaik: 164 Anlagen erzeugten 2.346.176 Kilowattstunden. Das sind 7,5 Prozent des Rauschenberger Stroms – genug für 651 Drei-Personenhaushalte.

von Matthias Mayer