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Streit um die Form überschattet Ehrung

Ehrenbürgerschaft Streit um die Form überschattet Ehrung

Auch beim zweiten Versuch der politischen Gremien Stadtallendorfs, Manfred Vollmer für seine unumstrittenen Verdienste als Bürgermeister zu ehren, gab es im Vorfeld einen Disput.

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Manfred Vollmer spricht beim Festakt 50 Jahre Stadtrechte. 30 Jahre lang führte er Stadtallendorf als Bürgermeister. Foto: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Manfred Vollmer (CDU) soll vom Stadtparlament heute Abend zum nunmehr dritten Stadtallendorfer Ehrenbürger ernannt werden. So schlägt es der Magistrat vor. Im Februar hatte Vollmer, der 30 Jahre lang das Bürgermeisteramt innehatte, die Ernennung zum Ehrenbürgermeister ausgeschlagen.

Grund war das Verhalten des Ausschusses für Grundsatzangelegenheiten, der hinter verschlossenen Türen aus Vollmers Sicht allzu lange über seine Ehrung diskutierte. Wie es sich später herausstellte, ging es dabei um eine Formalie.

Am Dienstagabend wollte Ausschuss-Vorsitzende Ilona Schaub (CDU) bei dem entsprechenden Tagesordnungspunkt Ehrenbürgerschaft eine Diskussion eigentlich vermeiden. Sie bezog sich auf eine Verabredung zwischen Fraktionsvorsitzenden und Bürgermeister Christian Somogyi (SPD), auf Aussprache im Stadtparlament zu verzichten.

Das sah der Fraktionsvorsitzende der Republikaner Manfred Thierau allerdings anders. „Wir können das nicht stillschweigend über uns ergehen lassen“, sagte er einleitend. Er halte die Ehrung aus formalen Gründen nicht zulässig. Thierau bezog sich auf die städtische Satzung, in der er Einschränkungen für die Verleihung der Ehrenbürgerschaft vermutete und fragte nach einer Stellungnahme des Städte- und Gemeindebundes. Später, nach weiteren Redebeiträgen, sollte Thierau nachschieben, dass es ihm ausdrücklich nicht darum, gehe, dass Vollmer die Ehrung nicht verdient habe.

Bürgermeister Somogyi bemühte sich umgehend, keine längere Diskussion aufkommen zu lassen. Nach der Hessischen Gemeindeordnung wie auch nach der Ehrungssatzung der Stadt gebe es keinerlei formalen Probleme.

Der Magistrat habe die Ehrung vorgeschlagen, weil sich Vollmer unermüdlich für die Belange der Stadt eingesetzt habe. Besonders hob Somogyi einzelne Bauprojekte heraus, darunter Stadthalle und neues Einkaufszentrum - und betonte die Verdienste Vollmers um den Hessentag 2010. „Wir sollten aufpassen, dass wir dem zu Ehrenden nicht schaden und auch der Stadt keinen Schaden zufügen“, mahnte Somogyi.

SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Hesse vermutete bei Thieraus Bedenken eine Verwechslung. In der Ehrungssatzung sind bei Ehrenämtern wie Ehren-Stadtverordnetenvorsteher tatsächlich Einschränkungen formuliert, bei der Ehrenbürgerwürde aber ausdrücklich nicht. Dann wurde Hesse deutlich: „Meine Fraktion steht zu dieser Ehrung. Entweder man macht so etwas mit Stil oder man macht es nicht. Wir sollten jetzt schnellstmöglich die Folgen begrenzen.“

Daran knüpfte Michael Feldpausch (B90/Die Grünen an), der an die Ereignisse bei der ersten versuchten Ehrung für Vollmer erinnerte: „Wir haben das vor Monaten in den Sand gesetzt. Jetzt gilt es, die Kurve zu kriegen.“ Und Stadtverordnetenvorsteher Hans-Georg Lang (CDU) wandte sich gegen Thieraus Formalkritik: „Hier ist definitiv nichts unsauber gelaufen.“

Dann folgte die Abstimmung mit einer weiteren Überraschung: Klaus Ryborsch, bis Februar CDU-Fraktionsvorsitzender, stimmte als einziger Stadtverordneter mit Nein, Manfred Thierau enthielt sich, die weiteren zehn Ausschuss-Mitglieder stimmten zu.

Das Stadtallendorfer Stadtparlament tagt am Donnerstag ab 19.30 Uhr im Sitzungssaal.

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Am Donnerstagabend entscheidet das Stadtallendorfer Stadtparlament darüber, ob Altbürgermeister Manfred Vollmer (CDU) die Ehrenbürgerwürde verliehen wird. Wider Erwarten gab es im Vorfeld wieder Diskussionen über Formalien.

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