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Anderes Licht löst Unmut aus

Straßenbeleuchtung Anderes Licht löst Unmut aus

Die neue Straßenbeleuchtung im Kirchhainer Ortsteil Emsdorf sorgt für Unmut unter den Anwohnern. Nach der Umstellung auf LED scheinen einige Bereiche nicht genügend bis gar nicht mehr ausgeleuchtet.

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Die neue Beleuchtung in Emsdorf, unter anderem im Eulenweg, sorgt für Unmut unter den Anwohnern. Eine Begehung des Planungsbüros fand bereits statt. Foto: Katja Peters

Quelle: Katja Peters

Emsdorf. Vor zwei Jahren wurde die Straßenbeleuchtung im Emsdorfer Neubaugebiet erneuert, vor einem halben Jahr im alten Dorf. Seitdem gibt es Unmut unter den Anwohnern, der auch den Ortsbeirat erreicht hat. „Der Strahlungswinkel einiger LED-Lampen passt einfach nicht“, stellte Ortsvorsteher Wilfried Fritsch fest. Anwohner Andreas Paul fügte hinzu: „Im Eulenweg beispielsweise wird der Straßenrand nebst angrenzender Ackerfläche mehr beleuchtet als die Straße selbst.“ Das ist bei der Begehung vom Ortsbeirat aufgefallen und wurde der Kirchhainer Stadtverwaltung schon Mitte November mitgeteilt.

Hinzu kommen unter anderem die Mängel in der Seitengasse sowie in der Straße Im Pitzenfeld. Ein großes Beleuchtungsproblem herrscht ebenfalls an der Kreuzung Bonifatiusweg/Willersdorfer Straße/Rotsgärtenstraße/Siedlungsstraße. „Hier treffen vier Straßen aufeinander und der Bereich wird nur von einer Lampe mit vier LED’s ausgeleuchtet. Das ist einfach zu wenig“, so Winfried Fritsch, der sich außerdem wunderte, dass hier nicht eine Peitschenlampe mit acht LED’s verbaut wurde. „So war es im Vorfeld eigentlich besprochen worden.“

Die Mängelliste hat die Stadt Kirchhain an das Planungsbüro weitergeleitet, welches Ende November dann eine Begehung in Emsdorf mit dem zuständigen Fachbereich durchgeführt hatte. Allerdings ohne Ortsvorsteher oder Beiratsmitglieder.

Begehung bestätigteinige Mängel

Das erfuhr die OP auf Nachfrage bei Volker Dornseif vom Fachbereich Liegenschaften, Bau und Stadtentwicklung. „Die eingereichten Mängel wurden natürlich bei dieser Begehung thematisiert“, erklärte er und berichtete, dass festgestellt wurde, „dass es Abschnitte gibt, wo die Beleuchtung nicht ausreicht.“ Grund sind beispielsweise fehlende Leuchtmittel oder ein zu groß gewählter Abstand zwischen den Lampen. Genaueres konnte er allerdings noch nicht sagen, da ihm das Ergebnis der Begehung noch nicht vorlag.

Außerdem wurden Messungen auf dem Boden durchgeführt, ob die Lampen genügend Licht streuen. Denn Volker Dornseif hatte festgestellt: „Das ist wichtig, da das subjektive Empfinden oft nicht mit dem Ergebnis der Messung einher geht. Anderes Licht bedeutet nicht zwangsläufig, dass nicht genügend Licht da ist.“

Am Ende zählt die DIN-Norm

Die neuen LED-Lampen haben sehr weißes Licht im Gegensatz zu den alten Leuchtstoffröhren. Die Helligkeit wird in Lux gemessen und muss einer DIN-Norm entsprechen. Ob diese in Emsdorf eingehalten wird, konnte der Fachbereichsleiter auch noch nicht bestätigen. Er betonte aber: „Wenn sich Mängel bestätigen sollten, dann werden diese selbstverständlich behoben.“ Durch Adapter auf den Lampenköpfen kann der Strahlungswinkel verändert werden, ebenfalls ist der Innenkörper in der Neigung verstellbar. Und sollte sich bestätigen, dass im Kreuzungsbereich zu wenig Licht erzeugt wird, dann kann das durch neue Köpfe oder zusätzliche Lampen abgestellt werden. „Die bessere Ausleuchtung von Privatgrundstücken spielt dabei aber überhaupt keine Rolle“, so Volker Dornseif. Denn auch deswegen hätten sich Anwohner beschwert, die sich nach der Modernisierung um eine eigene Beleuchtung auf ihrem Grundstück kümmern mussten.

Für Unmut sorgt auch die Leuchtdauer. In Emsdorf gehen die Lampen nachts um zwei Uhr aus und um 4.30 Uhr wieder an. Für manche Arbeiter, die früher durchs Dorf gehen müssen ein unhaltbarer Zustand. „In den Neubaugebieten von Kirchhain selbst brennen die Lampen die ganze Nacht durch, bei uns werden sie abgestellt. Wie kann das sein? Wir bezahlen die gleiche Grundsteuer wie die Kirchhainer auch“, ärgerte sich Andreas Paul, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird. Denn bisher wurde dem Ortsbeirat von der Stadt diesbezüglich keine akzeptable Erklärung mitgeteilt.

Fakt ist, dass bereits nach einem halben Jahr eine Ersparnis festzustellen ist. Aufs Jahr gerechnet verspricht sich der Fachbereichsleiter eine Kostenreduzierung um gut die Hälfte auf etwa 70000 Euro. Und noch etwas hofft er: „Dass dieses Thema nicht nur planerisch und baulich abgeschlossen werden kann, sondern auch politisch.“

von Katja Peters

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