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Stiftsschule steht in langer Tradition

Amöneburg Stiftsschule steht in langer Tradition

Eigentlich könnte die Stiftsschule St. Johann in Amöneburg sogar ihr 650-Jähriges Bestehen feiern, wie beim Festvortrag von Professor Werner Kathrein gestern deutlich wurde.

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Professor Werner Kathrein hielt am Donnerstag den Festvortrag in der Aula der Stiftsschule vor zahlreichen geladenen Gästen. Kathrein sprach über die Historie der Stiftsschulen vergangener Jahrhunderte.

Quelle: Thorsten Richter

Amöneburg. Für das Bistum Fulda sind die sieben Schulen, darunter die Amöneburger Stiftsschule St. Johann, in eigener Trägerschaft unverzichtbar. Das machte Fuldas Bischof Heinz Josef Algermissen gestern bei seiner Predigt beim Pontifikalamt in der Stiftskirche deutlich. Diese Schulen hätten für ihn einen ganz hohen Stellenwert. An allen Schulen des Bistums seien die Anmeldezahlen erfreulich hoch, was Algermissen als hohen Vertrauensvorschuss der Eltern wertete.

Das Hochamt eröffnete die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen der Stiftsschule, gleich gefolgt vom offiziellen Festakt in der Schule. Am Samstag soll, so verspricht es die Schulgemeinde, bei weiteren Veranstaltungen „der Berg beben“ (diese Zeitung berichtete). Einige der früheren Schulpfarrer der Stiftsschule und Geistliche aus der Region zelebrierten das Pontifikalamt gemeinsam mit Bischof Algermisssen. Der sieht katholische Schulen in der besonderen Pflicht für die Vermittlung eines christlichen Menschenbildes.

Die Gesundheitsförderung, oder die Bildung offener Lernlandschaften sind zwei der zahlreichen Ziele, denen sich die Stiftsschule in den nächsten Jahren stellen werde, erklärte Schulleiter Hans-Georg Lang bei der Eröffnung des Festaktes. „Wir können uns doppelt freuen, die Schule hat sich gut behauptet und hat alle Voraussetzungen für eine gesunde Weiterentwicklung“, betonte Lang. Die dunklen Seiten der Schulgeschichte, die von der Gewalttätigkeit des früheren Schulleiters und Pfarrers Dr. Josef Gutmann bis hin zum sexuellen Missbrauch von Internatsschülern in den 70er Jahren und den Vorfällen in den 90er Jahren reichen, blieben gestern erwartungsgemäß nicht ausgespart. „Darüber zu schweigen wäre eine Vortäuschung falscher Tatsachen“, betonte Algermissen in seiner Predigt.

Ein ganz besonderes Zeichen setzte in diesem Zusammenhang Schulleiter Lang: Er bat die Opfer von Gewalt und Missbrauch in der Schulvergangenheit in seiner Rede ausdrücklich um Vergebung. „Möge das die Qualen der Opfer ein wenig lindern“, hoffte Lang.

Am Samstag beginnt um 11 Uhr ein Tag der offenen Tür an der Stiftsschule, bevor ab 14 Uhr der „Berg bebt“. Auf drei Bühnen spielen Bands.

von Michael Rinde

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Ein Jahr lang hatte sich die Stiftsschule speziell auf diesen Tag vorbereitet. Die gesamte Schulgemeinde begeisterte die Gäste.

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