Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
„Stepi“ kommt zum Integrationsturnier

Flüchtlinge spielen Fußball „Stepi“ kommt zum Integrationsturnier

Bei einem Integrationsturnier in Neustadt kickten Geflüchtete und Spieler heimischer Vereine – vor den Augen des früheren Kult-Bundesliga-Trainers Dragoslav „Stepi“ Stepanovic.

Voriger Artikel
Einen Alleingang wird‘s nicht geben
Nächster Artikel
DDR-Grenze steht noch - auf der Anlage

Kult-Trainer Dragoslav „Stepi“ Stepanovic steht im Kreis der Auswahlmannschaft der Neustädter Erstaufnahmeeinrichtung. Foto: Yanik Schick

Neustadt. Drei Mannschaften traten in dem Blitzturnier auf dem Neustädter Kunstrasenplatz gegeneinander an: ein Team mit Spielern aus der Erstaufnahmeeinrichtung, eins mit Flüchtlingen, die schon länger in Neustadt verteilt untergebracht sind, und zu guter Letzt eine Auswahl mit Spielern des VfL und des FC Intertürk Neustadt. „Für uns hat das Symbolcharakter“, erklärte der VfL-Vorsitzende Klaus Busch auf die Frage, warum beide Klubs eine gemeinsame Mannschaft stellten. „Es ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass die Vereine gut miteinander auskommen.“

Während die Vereinsfußballer also eine große Auswahl an Spielern für das Turnier hatten, sei es für die EAE gar nicht so einfach gewesen, ein Team auf die Beine zu stellen, berichtete deren Leiter Dominik Zutz. „Weil bei uns das Transferfenster das ganze Jahr über geöffnet ist“, sagte Zutz in Anspielung darauf, dass ein großer Teil der Geflüchteten nur für kurze Zeit in der EAE untergebracht und die Fluktuation dadurch groß sei. „Wir haben trotzdem eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenbekommen“, betonte er. Um die Organisation des dritten Teams, das ebenfalls aus in Neustadt untergebrachten Flüchtlingen bestand, hatte sich die Gemeinwesenarbeit gekümmert.

„Sport ist das einfachste Mittel, Menschen zusammenzubringen“, sagte Bürgermeister Thomas Groll. Die Stadt hatte das Integrationsturnier erstmals initiiert. Bei der Organisation half Harry Pfeiffer vom Regierungspräsidium Gießen mit, der auch den Kontakt zu Dragoslav „Stepi“ Stepanovic, dem früheren Kult-Trainer von Eintracht Frankfurt, hergestellt hatte. „Man sieht an solchen Turnieren, dass Fußball viel tun kann und auch bei Integration hilft“, sagte „Stepi“, der vor Beginn des Turniers Fotos mit den Mannschaften machte und während dessen für Autogramme und Bilder mit den rund 80 Zuschauern zur Verfügung stand. Der 69-Jährige ist Gesicht des Programms „Sport und Flüchtlinge“ des hessischen Innenministeriums. An dem Programm nimmt auch die Stadt Neustadt teil.

Sowohl der VfL als auch der FC Intertürk Neustadt haben in der Vergangenheit Geflüchtete in den Verein aufgenommen. „Es ist der beste Weg, die Leute einzubinden“, sagte Oguz Yilmaz, Vorsitzender des FC Intertürk. „Sport hat keine Sprache, die Regeln sind für alle gleich.“

Das Turnier gewann die Auswahl der beiden Neustädter Vereine. Danach gab es für alle Spieler noch ein Beisammensein mit Imbiss im VfL-Vereinsheim. Bürgermeister Thomas Groll zog ein positives Fazit. Für den Sommer 2018 ist bereits ein erneutes Turnier geplant. Dann sollen die Teams so „durchgewürfelt“ werden, dass Flüchtlinge mit heimischen Kickern zusammenspielen.

von Yanik Schick

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr