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Standortsuche für Blitzer läuft

Blitzer Standortsuche für Blitzer läuft

"In Bracht hängen seltsame Koffer an den Straßenlaternen. Was haben die zu bedeuten?" Mit dieser Frage deckte die Stadtverordnete Karin Lippert (FBL) die Radarpläne der Stadt Rauschenberg auf.

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Dieser unscheinbare Kunststoff-Koffer registriert derzeit in der Rauschenberger Bahnhofstraße Geschwindigkeitsübertretungen. Für etwaige Temposünder bleibt dies folgenlos. Sie werden nicht erfasst.

Quelle: Matthias Mayer

Rauschenberg. Bürgermeister Manfred Barth (parteilos) enthüllte ganz am Ende der Stadtverordnetensitzung das Geheimnis um die rätselhaften Koffer. Es handele sich um Geschwindigkeitsmessgeräte der Firma Jenoptik. Diese registrierten Zahl und Ausmaß der Geschwindigkeitsübertretungen, erfassten aber nicht die Temposünder. Zweck der Übung: Mit Hilfe der Geräte soll herausgefunden werden, an welchen Stellen in Rauschenberg sich eine ständige stationäre Geschwindigkeitsüberwachung lohnt.

Die Firma Jenoptik betreibt bereits entlang der B 252 in Bottendorf, Ernsthausen, Münchhausen, Simtshausen und Niederwetter solche Blitzer-Säulen, die speziell in Münchhausen sehr viel Geld in die klamme Gemeindekasse spülen. Das Geschäftsmodell funktioniert so: Die Kommune legt den Stromanschluss für die Säulen, die von Jenoptik unentgeltlich errichtet werden. Dafür verdient Jenoptik an jedem erwischten Temposünder. Der Großteil des Verwarnungsgeldes bleibt jedoch bei der Kommune.

Der Stadt gehe es nicht um Abzocke. Deshalb werde es keine Blitzersäule an der Bundesstraße 3 bei Josbach geben. Dort trennt die B 3 die Eichwald-Siedlung vom Josbacher Ortskern; es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 km/h. Die Stadt wolle die Geschwindigkeitsüberwachung vor allem im Sinne der Verkehrssicherheit einsetzten, vor allem an Schulen und Kindergärten.

So habe der Probelauf am Brachter Ortseingang aus Richtung Schönstadt vor der Grundschule ein bedenklich hohes Maß an Geschwindigkeitsübertretungen nachgewiesen, erklärte Barth.

Derzeit werden die Messgeräte in der Rauschenberger Kernstadt eingesetzt. Ein weiterer Probelauf soll in Ernsthausen erfolgen.

Auf Antrag der Grünen verabschiedete das Parlament einstimmig eine Resolution, die sich gegen den Abbau von 500 Stellen im Universitätsklinikum richtet. Auch die Stadt Rauschenberg sei von den Kürzungsplänen unmittelbar betroffen. Derzeit könne man niemanden wünschen, im Klinikum Patient zu sein, begründete Fraktionschef Stefan Seibert den Antrag.

Auf Vorschlag von Thorsten Thamke (SPD) schloss sich das Haus auch an den inhaltlich noch etwas weitergehenden Dringlichkeitsantrag an, den der Kreistag am 16. März zu den Sparplänen verabschiedet hatte.

von Matthias Mayer

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