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Ostkreis Am Taxistand geht's gefährlich eng zu
Landkreis Ostkreis Am Taxistand geht's gefährlich eng zu
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00:17 12.01.2019
Der Taxistand in der Niederkleiner Straße wurde vor gut acht Jahren eigentlich nur als Provisorium angesehen. Quelle: Michael Rinde
Stadtallendorf

Es geht mitunter sehr, sehr eng zu zwischen den Außenspiegeln der Taxis und manchem Lastwagen, Pkw oder Fahrrad. Markus Kosche vom gleichnamigen Stadtallendorfer Taxiunternehmen hat es selbst erleben müssen, wie sich ein Lastwagenfahrer verschätzte und seinem Wagen in die Seite fuhr.

Schwierig ist auch die Situation für die einsteigenden Fahrgäste an diesem Stand nahe der Bahnhofsunterführung. Allein die Tatsache, dass die Bordsteine dort nicht abgesenkt sind, machen den Einstieg nicht leicht. Hinzu kommt der rege Fußgängerverkehr, gepaart mit manchem Radfahrer auf diesem Gehweg an dieser Stelle,­ wie ­Beobachtungen der OP ­bestätigen.

Die Niederkleiner Straße ist eben eine Hauptverkehrsader – und für einen Taxistand für drei Wagen ist so dort eigentlich kein Platz an dieser Stelle. Zumal es für den Taxistand keine eigene Bucht gibt. Die Fahrbahn ist dort nur entsprechend markiert.

Eine "komplette Zumutung"

Mittlerweile gibt es dieses Provisorium, als das es mal gedacht war, schon seit 2009/2010, dem Bau des Einkaufszentrums Alter Busbahnhof.

Markus Kosche redet im Gespräch mit dieser Zeitung auch von einer „kompletten Zumutung“, was die Situation am Taxistand angeht. Taxifahrer könnten oft weder ein- noch aussteigen, weil die Fahrzeuge allzu dicht an ihren Wagen vorbeifahren. Oder vor der Fußgängerampel zum Stehen kommen.  

Ähnlich wie Kosche sieht das auch Ayhan Yurkut von „Sun-Taxi“, dem zweiten Stadtallendorfer Taxiunternehmen, das den Stand nutzt. „Wo dieser Stand jetzt ist, ist er nicht geeignet“, sagt auch Yurkut.

Hinzu kommt ein weiteres, schwerwiegendes Problem für die Fahrer der beiden Unternehmen. Immer wieder werden sie von Autofahrern angepöbelt, die sich von den geparkten Taxen behindert fühlen. Da fallen üble Worte, und es gibt obszöne Gesten in Richtung der Fahrer, die für die Situation nun überhaupt nichts können. Auch deshalb sehen beide Taxiunternehmen im Sinne ihrer Mitarbeiter Handlungsbedarf, wie sie gegenüber der OP erläutern.

Wie die Antworten auf eine Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen ergab, hat es im Dezember erste Gespräche zwischen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den beiden ­Taxiunternehmen gegeben.

Alternativstandort wäre gut sichtbar

Offenbar rennen die Unternehmen bei der Verwaltung durchaus offene Türen ein.

Im Gespräch ist unter anderem, die frühere Bushaltebucht als Standort für einen Taxistand. Sie dient allerdings Kunden der Einzelhandelsgeschäfte als Kurzzeitparkplatz.

Markus Kosche hat einen anderen Vorschlag. Er hätte in ­Absprache mit seinem Kollegen von Sun-Taxi den Stand gerne auf der gegenüberliegenden Seite der Niederkleiner Straße,­ angrenzend an den Aufbauplatz, dort, wo jetzt zwei Reklameflächen stehen. „Wer aus der Bahnhofsunterführung kommt, der sieht die Taxis dort gleich“, sagt Kosche. Jetzt wollen beide Taxiunternehmen dem Magistrat ihre Vorstellungen schriftlich präsentieren, in der Hoffnung, schnell zu einer Lösung zu kommen.

Stadt lässt Flächen vermessen

In der Antwort auf die Grünenanfrage verweist der Magistrat auf eine langfristig geplante Umgestaltung der oberen Niederkleiner Straße. Die Planungshoheit liegt dafür allerdings beim Land und damit bei dessen Behörde Hessen Mobil.

Konkrete Pläne gibt es laut Magistrat noch nicht. Die Verwaltung lässt allerdings derzeit Flächen vermessen, um Planungsgrundlagen zu haben. Das Gebiet erstreckt sich von der Einmündung Eichendorffstraße bis zum Kreisverkehr Waldstraße/Herrenwaldstraße.

Kurzfristig seien jedenfalls keine „baulichen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Bereich der Taxiplätze“ umsetzbar, macht der Magistrat klar. Der Grund: Die dafür nötigen Flächen befinden sich nicht im Besitz der Stadt.

von Michael Rinde